571
d. h.: sie gehen der Hauptsache nach von W. nach O. Wie bedeutendihre Geschwindigkeit in ihrem Lauf durch das ganze Meer sein müsse, er-hellet daraus, daß sie im Hintergrunds der östlichen Hälfte, zwischen derKüste von Ägypten und der Küste von Kleinasien noch v">,« bis l">,„ inder Stun-de zurücklegt. Hier fließt die Strömung nach O.S.O. Wennsie gegen die Syrische Küste stößt, so folgt sie dieser nach Norden miteiner Geschwindigkeit von 6-» bis 1y"> innerhalb vierundzwanzig Stundenund wird an der Küste von Caramanien abermals abgelenkt und ge-zwungen, eine westliche Richtung einzuschlagen. Westliche Winde sind dievorherrschenden auf dem Mittelländischen Meere, so auch an der Cara-manischen Küste; dagegen aber ist die Anhaüfung des Wassers im nord-östlichen Winkel des Meeres so bedeütend, daß die Wasserkraft das Über-gewicht über die Windkraft erhält.
Ob die Strömungen des Mittelländischen Meeres, wie der letzteWelt(?)-Gänger Semilasso von Sir Sidney Smith gebört haben will,unter Mitwirkung dieses ausgezeichneten Seemannes, so genau erforschtworden sind, daß man sie gleichsam zu einer Driefpost-Beförderung be-nutzen könnte, muß dahin gestellt bleiben. Man mögte geneigt sein,diese Angabe in das Gebiet oberlausihischer Romantik, Wahrheit undDichtung, zu setzen.
Die Strömungen im Schwarzen Meere neigen sich, wie in der Ost-see, im Allgemeinen dem tiefern Niveau zu, so daß sie ein Streben nachdem Bosphorus haben. Aber auch die Winde üben auf ihre Richtungden größten Einfluß aus, so daß westliche Luftströme dem gegen dieMündung des Binnenmeers gerichteten Meeresstrom eine entgegengesetzteDirektion einprägen. Dabei ereignet es sich nicht selten, daß die Strö-mung einem schwachen Winde entgegen laüft. Middleton wurde aufeiner Fahrt von Konstantinvpel nach Trebisvnde von einer ostwärts lau-fenden Strömung gegen schwachen Ostwind zwei Tage lang mit einerGeschwindigkeit von 20 und 25 Meilen innerhalb vierundzwanzig Stundenfortgeführt. Aber der Ostwind hatte einige Tage zsivor sehr stark geweht,und diese Strömung war ein Zurückfluthen der Wasser, welche von jenemWinde gegen Westen getrieben worden waren.