Band 
Erster Band.
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Jahreswärme stimmt (zufällig) sehr genau mit dem von Caldcleugh über-ein; dieser Reisende findet 22°,§. Dagegen geben zweijährige Beobach-tungen^ welche Stevenson liefert, und welche im jährlichen Mittel 21°darbieten, eine noch niedrigere Temperatur.«

Über den Verlauf der meteorologischen Erscheinungen an der Küstevon Peru innerhalb eines Jahres theilt Hr. von Humboldt in dem mehr-erwähnten Manuscripte Folgendes mit: — „Die größte Wärme tritt ge-wöhnlich Ende Februar ein. Die Kälte, wenn man mittlere Monats-Temperaturen von IN'// bis 20° mit diesem Namen belegen kann, beginntim Mai und dauert bis Mitte September, von welcher an die Wärmewieder steigt. Im November beginnt man wieder die Sterne zu sehen,die bis April sichtbar bleiben. Denn das ganze flache westliche Peru,oder wie die Ingas in ihrer offiziellen Administrations-Sprache sagten,das ganze Cuntisuyu hat nur zwei Jahreszeiten, eine warme, verhältniß-mäßig heitere (Oktober bis Mai, mittlere Wärme 21°,- bis 27°), undeine kalte (Ende Mai bis Mitte September, mittlere Wärme 20'/-° bis21°), in der Sonne und Gestirne verschleiert sind. Die Zeit der stationä-ren Nebel, Garua, dauert von Älde April und Anfang Mai bis Novem-ber. Die dnnstförmigen Niederschlüge nehmen also die kalte Jahreszeitein. In dieser Epoche erscheint die Sonnenscheibe wochenlang, als wennman sie durch ein gelbroth gefärbtes Blendglas sähe. Leider aber tretendiese Verhüllungen der Himmelsdecke auch in den warmen Monaten De-cember, Januar und Februar, auch einzeln ein, und Don Jörge Juanund La Condamine nennen daher mit Recht Lima den Märtyrer-Ort derAstronomen. Die Stadt Lima ist nur den S. und W. Winden geöffnet,aber in Norden und Osten längs des obern Laufs des Nimac und desValle de Lurigancho ist sie durch einen Halbkreis von Hügeln vor Windengeschützt. Die Jngebornen glauben daher, daß die Nebel in Lima häufi-ger und dauernder als an der freien Meeresküste im Caltao sind. Derherrschende Wind in Cuntisuyu ist Süd und Südost, der bisweilen mitNordweft abwechselt. Diese Unterbrechung tritt am haüfigften zwischender Frühlings- und Herbst-Nachtgleiche ein, also in der kalten Jah-reszeit, unerachtet in der südlichen Hemisphäre dieser Nordwind vomÄquator her weht. Man bemerkt, daß, wenn (was jedoch selten) derN.W., der den Bewohnern Kopfweh giebt, schon Morgens zwischen 0^und II^ weht, er augenblicklich zwar die Nebel verscheücht, daß diese aberbald darauf viel dicker werden, besonders bei wiederkehrendem S.W. DieDnnstniederschläge sind also wol Folgen kontraftirender Winde. Garua,kältere Jahreszeit, Wechsel von S. und N. Winden fallen also, wie die