Band 
Erster Band.
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Stroms in das große oceanische Thal zwischen der Alten und NeuenWelt in bedeutender Menge ausschüttet. In der südlichen Hemisphärestreicht nämlich eine Strömung von O. nach W., während auf der Nord-seite der Linie periodische Winde, Land- und Seewinde und die allge-meinen Ursachen der Gezeiten ihre Kräfte vereinigen, um in den ver-schiedenen Theilen des Nordindischen Meeres Strömungen zu erzeügen,die eben so manchfaltig sind als die Gestaltung der Küsten, welche siebespülen.

Betrachten wir zunächst den nordwärts des Äquators gelegenen Theildes Indischen Meeres, so tritt uns der große Meerbusen von Bengalentgegen, in welchem die Strömungen durchaus abhängig sind von denMonsunen und ihrem regelmäßigen Wechsel. Beim Südwest-Monsuntritt an der Coromandel-Küste die nördliche Strömung zu Anfang oderum die Mitte des Februars ein; am stärksten ist sie aber im April undMai, wann der Wind am beständigsten aus der südlichen Weltgegendbläst. Später nimmt der Strom allmälig an Stärke ab, doch hört erlängs der Küste nicht vor der Mitte des Oktobers auf, wenn gleich zuZeiten er aüßerst schwach ist und dann und wann eine südliche Richtungwahrgenommen wird.

In der Mitte des Meerbusens ist die Strömung im März und Aprilveränderlich und selten stark; zwischen der Coromandel-Küste und den" Nicobarischen Inseln und bis gegen die Öffnung der Malacca-Straßelaüst sie alsdann oft südwestlich, und im nördlichen Theil des Golfs imMärz südlich, im April dagegen haüfiger in nördlicher Richtung.

Der Monat April ist es eigentlich, in welchem die allgemeine N.oder N.O. Bewegung über der ganzen Fläche des Busens beginnt. Siedauert bis Anfang oder Mitte des Oktobers. Die Geschwindigkeit richtetsich alsdann ganz nach der Stärke des Windes. Doch ist die Richtungkeineswegs konstant; sie kann, und zwar insbesondere an der Ostseite desGolfs, gegen die Straße von Malacca hin, zuweilen südlich werden.

Mit dem Eintritt des Nordoft-Monsuns beginnt das entgegengesetzteStromsyftem. An der Küste von Coromandel tritt die südliche Strömungim Oktober, zuweilen in der Mitte dieses Monats ein. Gegen das Endederselben, oder früh im November wird sie sehr heftig, dann laüst sie inder Nähe des Landes oft 2 bis 2»-'/2 in der Stunde. In der Entfernungvon 2° oder 3" von der Küste und in der Mitte der Bai tritt die süd-westliche Strömung erst dann regelmäßig ein, wenn nach der Mitte desOktobers oder im November der Nordost-Monsun eine gewisse Stärkeerreicht hat; bevor dieses geschieht, ist sie veränderlich, bald nach S., bald