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Was die Strömungen in der Nachbarschaft der langen Eilandketteder Maldiven anbelangt, so folgen sie einer östlichen Richtung mehr alsjeder andern. Lokalursachen bringen aber große Schwankungen hervor:wenn in den Monaten Juni, Juli und August der westliche Monsun mitvoller Kraft in dem Gebiete der nördlichen Atolls weht, so lauft dort dieStrömung östlich mit dem Winde; während zu gleicher Zeit, besondersaber spat im Juni, im Juli und in der ersten Hälfte des Monats August,wann der Südost-Passat sich dem Äquator nähert, im südlichen Theileder Inselkette, in der Nachbarschaft des Äquatorial-Kanals und desSüd-Atolls der Strom oft nach W.N.W. laüft.
Im März und April laüft der Strom, an der Ostseite des nörd-lichen Atolls, durchgängig nach Westen, und in dem Raume vorn Äqua-tor bis Lat. 4° oder 5° S. gegen O.N.O. Dann erstreckt sich der Stromsehr weit auf beiden Seiten des Meridians dieser Inseln, und er ist zu-weilen so stark, daß er 5V bis 65"° in 24^ zurücklegt. Im Mai laüfter in der Nähe des Äquators stark nach Osten, mit einer Geschwindigkeit,die in den südlichen Atolls zwischen Lat. 2" N. und 2° S., 50 bis 70"°täglich erreichen kann.
Im Oktober, November, December und Januar fließt die Strömungmeistens gegen Osten im Äquatorial-Kanal und in der Gegend des süd-lichen Atolls; aber diese Monate sind es auch, in denen sie zwischen denMaldiven und Ceylon und zwischen Lat. 3" und 5" N., mit großer Ge-schwindigkeit nach Westen fließt, oft 30 bis 55"° in 24besonders aufdem Meridian von Point de Galle. Diese Geschwindigkeit nimmt aberab, je mehr man sich dem Äquator nähert.
Au der Malabar-Küste ist der Strom im Monat November größten-theils sehr schwach und unbestimmt, außer in der Gegend von Andjengaund von ^ da bis zum Kap Cvmorin, wo zuweilen in dem genanntenMonat eine starke Südost-Strömung längs der Küste nach S.O. laüft.Im Januar findet dagegen in dem erwähnten Küstenstrich eine nördlicheDrift-Bewegung Statt. Vom November bis zum März, in welcher Zeitdas Wetter durchgängig schön ist, findet längs des Gestades fast gar keineStrömung Statt. Aber zwischen den Laccadiven und der AfrikanischenKüste setzt sie mit dem Monsun nach S.W., und einer Geschwindigkeit,die 8 bis I2"° im Tage beträgt.
Im März und April, wenn heftige N.W.-Winde wehen, treiben siedurchgängig eine starke Drift-Strömung vor sich her, die längs derMalabarküste nach S.O. fließt; in den Laccadiven und westwärts davonlaüft sie aber meiftentheils nach S. und S.W. Diese Richtung, beson-