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Erster Band.
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zambique abschrecken und ziehen diese Route der innern vor; auch ist siein der That von einigen Schiffen in kürzerer Zeit gemacht worden; alleinda jetzt die Lage der Gefahren in dem Kanal von Mozambique sehrgenau bestimmt ist, so glaubt Krusenstern, daß die innere Passage vor-zuziehen wäre. Horoburgh ist der Meinung, daß in den Monaten Au-gust und September die Passage östlich von Madagascar den Vorzugverdiene, vom Februar aber bis August die innere gewählt werden müsse.IM Jahre 1802 segelte er- den 3«. April aus dem Englischen Kanal;nachdem das Vorgebirge der guten Hoffnung umschifft war, nahm erseinen Kurs nach der östlichen Seite von MadagaScar und ankerte den30. Juli auf der Rhede von Bombay, vollendete also die Reise vonEngland nach Indien in drei Monaten.

Die dritte Passage ist die mittlere, die auch Boscawens Passagegenannt wird, weil der Admiral Boscawen im Jahre 1748 mit einergroßen Flotte diese Route nahm und eine sehr schnelle Fahrt nach In-dien machte. Sie liegt zwischen den Seychellen und den Tschagos-Jnseln.Schiffe, die nach Bombay bestimmt sind und sich so verspätigt haben,daß sie dort nicht früher als im Ansänge des N.O.Monsuns anlangen,wählen sie vorzugsweise. Vom Vorgebirge der guten Hoffnung nehmensie ihren Kurs direkt nach Osten und suchen in die Region des S.O.Passates nicht eher zu kommen, als bis sie sich in Long. 67° oder 68°O. Grw. befinden; dann steüern sie direkt Nord, bis sie den S.O.Paffatverlieren. In der Nähe des Äqnatorö sind westliche Winde nicht selten,mit deren Hülfe suchen sie nach Norden vorzurücken; jenseits des Äqua-tors stellen sich zwar schon Winde des N.O.Monsnns ein; allein im An-fange dieses Monsuns sind die Winde öfter nordwestlich als nordöstlich,und wenn sie nicht zu stark sind, gelingt es einem Schiffe um so mehr,die Küste von Malabar zu erreichen, da hier der N.O.Monsun 15 bis2» Tage später eintritt als an der südlichen Küste von Hindustan.

Die vierte Passage ist die aüßere, d. h. östlich von den Tschagos-Jnseln. Man wählt diese Route, wenn man während der vollen Stärkedes N.O.Monsuns in Madras oder in der Bai von Bengal ankommt.Solche Schiffe müssen, ehe sie in die Regionen des N.O.Monsuns kom-men, einen weiten Umweg nach Osten machen, damit ihnen der N.O.Monsun günstig sei, den Ort ihrer Bestimmung zu erreichen. Die Routewelche die Schiffe gewöhnlich nehmen, ist folgende: Sogleich vom Vor-gebirge der guten Hoffnung ist der Kurs so östlich, daß man den S.O.Passat erst in Long. 80° oder 85° O. Grw. zu erlangen sucht; dann suchtman direkt Nord zu steüern, wobei die östliche Länge noch um einige