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Erster Band.
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Grade vergrößert wird, d. h. bis sich das Schiff dem Kap Atschin, demnördlichen Ende von Sumatra, nähert, doch es nicht sehen muß, weilin der Nähe desselben die Winde leicht nordwestlich zu sein pflegen, auchein starker Zug in der Straße Malacca Statt findet. Von dem Meri-diane des nördlichen Endes von Sumatra nimmt man seinen Kurs west-lich von den Nicobar- und den Andaman-Inseln nach dem Ganges zu,wenn man nach Bengal bestimmt ist. Ist die Bestimmung des Schiffsdie Küste Coromandel, so ist es nicht nöthig, sich dem Kap Atschin sosehr zu nähern; die höchste Länge, welche man nöthig hat, ist 90° O.Grw., von wo der Kurs mit günstigem Winde nach Madras genommenwerden kann.

Man sieht hieraus, wie schwer es sein muß, von einem Orte derKüste JndienS bis zu einem andern gegen den herrschenden Monsun zusegeln. Eine Fahrt von Calcutta nach Madras, oder von Madras nachBombay wird während des N.O.Monsuns in kurzer Zeit gemacht. Nichtso während des S.W.Monsuns. Ein Schiff, das z. B. von Madrasnach Bombay während dieses Monsuns segelt, muß östlich den Äquatordurchschneiden, um den S.W.Monsun zu verlieren; ehe es die Linieschneidet, hat es seine Länge wenigstens um 10° vergrößert; nun mußes den S.O.Passat suchen, der oft erst in Lat. 10° oder 12° S. zu findenist; mit diesem steuert es wenigstens 40° nach Westen, bis er 12° oder13° im Westen von Bombay ist; dann durchschneidet es zum zwei-ten Male die Linie, kommt abermals in die Region des S.W.Monsuns,welcher nun ein günstiger Wind ist, um nach Bombay zu segeln. Nichtviel weniger schwierig ist eine Fahrt von Bombay nach Madras währenddes N.O.Monsuns.

Über die Handelsstraßen, welche nach China führen, folge ich aber-mals der Darstellung des gelehrten Admirals Krusenstern:

Vom Mai bis Oktober herrscht bekanntlich im Chinesischen Meereder S.W., vom Oktober bis Mai der N.N.Monsun. In den Gewässern,welche an das Chinesische Meer gränzen, finden nördlich vom Äquatordie nämlichen Winde Statt; südlich vom Äquator hingegen, ungefähr bisLat. 10° oder 12°, ist die Richtung des Windes 10 bis 12 Numben ver-schieden, d. h. wenn auf der Nordseite des Erdgleichers der N.O.Monsunherrscht, so ist er im Süden des Äquators W.N.W. und W., und ist derMonsun im Norden S.W., so ist er südlich O.S.O. und O., daher dieseMonsune südlich vom Äquator westliche und östliche genannt werden.Dabei ist noch zu bemerken, daß, wenn nördlich von der Linie ein trocknerN.O.Monsun weht, südlich vom Äquator der Monsun von Regen begleitet