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14. Juni, die Insel St. Paul den iv. Oktober, entrirte die Bassstraßeden 29. desselben Monats, segelte östlich von den Neuen Hebriden, underblickte die Küste von China den 28. Dezember. Ungeachtet dieses Bei-spiels und der beträchtlich geringeren Entfernung hält Admiral Kruscn-stern den Weg um Vandiemensland doch für den bessern. In einerhoben Breite ist man starker westlicher Winde gewiß, die nördlicher feh-len, und wo man nicht selten sogar nördliche Winde antrifft, so wieauch starke Strömungen nach S., welche Schiffen das Entriren der Baös-straße sehr erschweren.
Man steht, bemerkt der Admiral am Schluß seiner Darstellung, wiewichtig die genaue Kenntniß der Winde und Strömungen in den Chine-sischen und angränzenden Gewässern ist, da nach Verlauf des günstigenMonsuns jeder Monat eine andere Route nothwendig macht, zuerst immermehr östlich, zuletzt aber wiederum westlicher. Ich kenne mehrere Bei-spiele, daß Schiffe blos aus Mangel dieser Kenntniß ein ganzes Jahrverloren haben; unter andern habe ich während meines ersten Aufent-halts in China im Jahre 1799 ein Schiff gesehen, das aus Batavia,wo es eingelaufen war und sich verspätete, zwei Mal vergebens versuchthatte, auf einem östlichen Wege China zu erreichen; die natürliche Folgewar, daß es den S.W.Monsum abwarten mußte und daher ein ganzesJahr verspätete. —
Für die Rückkehr aus China und Indien nach Eüropa giebt Kapt.Horsburgh folgende Anleitung: Wenn ein Schiff durch eine der ostwärtsvon Djava gelegenen Meerengen oder durch die Sundastraße das In-dische Meer betritt, so muß es sobald als möglich die Region des S.O.Passates zu erreichen suchen, um mit beständigen Winden nach Westensegeln zu können. In Lal. 14° oder 15° S. weht der Passat gemeiniglichanhaltend frisch, und er nimmt an Stärke zu, je weiter man nach S.W.kommt. Namentlich ist dies in den Parallelen von 18° oder 20° derFall. Hier weht er oft mit größerer Kraft als in niedern Breiten; aberin den Monaten März und April erleidet der Passat Unterbrechungen,und zuweilen fehlt er alsdann ganz in den Umgebungen des Wendekreises.
Bei Mauritius und Bourbon ereignen sich Stürme in den MonatenNovember bis Mai; eigentliche Orkane jedoch kommen im März undApril vor. Diese Orkane wüthen mit unwiderstehlicher Gewalt zwischenNodriguez, Maurinus und Bourbon, vorzugsweise aber bei der zuletztgenannten Insel und zwischen ihr und der Küste von Madagascar. Sieerstrecken sich zuweilen rom südlichen Wendekreis bis Lat. 9° oder 8° S.,und von der Küste Madagascars bis zum Meridian von 90° oder selbst
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