Band 
Erster Band.
Seite
629
JPEG-Download
 

620

Andere Schiffe, welche auf dieser großen Fahrt, einer der längsten,aber auch der angenehmsten, frisches Wasser oder Proviant einzunehmenhaben, gehen lieber nach den Sandwich-Inseln hinauf und benutzen aufdiese Weise so bald als möglich den N.O.Passat, welcher viel stärker undüberhaupt viel regelmäßiger bläst, als der S.O.Passat, so daß dadurchdie Fahrt, ungeachtet eines längeren Weges, dennoch beschleunigt wird.Auch entgehen die Schiffe hier den häufigen Windstillen, die in der süd-lichen Hemisphäre, in der Nähe der vielen Inselgruppen, vorkommen unddie Dauer der Reise haüfig sehr verlängern. Auf der Fahrt im N.O.Passat, welche die Schiffe immer in gerader Richtung machen können,gehen sie über die Sandwich-Inseln hinaus, ja bis weit über den Meri-dian der Marianen, stets mit vollen Leesegeln fahrend. Von den Sand-wich-Inseln an halten sich die Schiffe lieber in 12° bis 15° nördlicherBreite, wo sie sicherer sind, einen stärkeren Passat zu finden, als in derhöheren Breite, besonders über 2V" hinaus; erst später, je nachdem derMonsun gerade weht, haben sie mehr oder weniger nördlich zu steüern,um die Breite von Macao zu erreichen. Diese Straße, welche wir hieraufgeführt haben, ist beinahe dieselbe, welche einst die Gallione auf ihrerFahrt von Acapulco nach Manila bis zur Breite der Sandwich-Inselneinschlug, wo sie haüfig anzulegen pflegte, und steüerte dann nach denMarianen, wo sie bei Guahan vor Anker ging, um die Aufträge derRegierung abzumachen und frischen Proviant einzunehmen. Später rich-tete die Gallione ihren Laus östlich von Manila und machte bei Cap Es-piritn Santo Land, wo sie einst, auf jenem berühmten Zuge des LordAnson, des zweiten Ulysses, genommen wurde.

Auf der entgegengesetzten Fahrt, nämlich von Indien nach Süd-Amerika, die gewöhnlich nur bei dem S.W.Monsun zu machen ist, erhe-ben sich die Schiffe bis über die nördliche Gränze des N.O.Paffats, diegewöhnlich schon bei 28° und 2!>° anzutreffen ist; hier sind sie sicher, densogenannten westlichen Passat zu finden, mit dem sie bis nach den Küstenvon Californien segeln, um daselbst Land zu machen, wenn sie ihrerLänge nicht gewiß sind; haben sie dies aber nicht nöthig, so richten sieihren Lauf gleich nach dem Orte, wohin sie bestimmt sind, indem sie nurin einem spitzen Winkel den Passat abschneiden. Selbst diejenigen Schiffe,welche nach Pern und Chili gehen, müssen gewöhnlich eben denselben Wegnehmen; kommen sie dann so weit südlich hinab, daß sie den S.O.Passaterreicht haben, so müssen sie diesen nach Westen abschneiden und die süd- ,westlichen Winde in 26" bis 28° Breite aufsuchen, mit denen sie die Küsteerreichen und dann nach dem Orte ihrer Bestimmung segeln-