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Zweytes Gau.
Stamm-Pflanzen — Monocotyled onen.
W. Ch. Stellen den Stamm, oder Wurzel, Stengel undLaub der Pflanze dar.
U. Ch. Spiralgefa'ße zerstreut im Kreise, keine Rinde;Müller schridenartig, gradrippig; Blüthe dreyzahlig, meist zwikler-artig, mil achtem Kelch aber ohne ächte Blume; meist einc Capscl,kaum eine ächte Frucht; Samen scheibenförmig, d. h. cinlappig.
In den Monocvtyledonen bildet sich zuerst ein wahrerHeizkörper aus, welcher durch den Stand der Spiralge-Mein Kreisen, jedoch hier in einzelne Bündel zerstreut,gegeben ist; aber eine wahre Rinde kommt noch nicht zumVorschein. Das Wachsthum geschieht nehmlich nicht aus*wendig zwischen Rinde und Holz oder im Bast; sondernm Innen heraus, so daß der ganze monocotyledonischeStengel eigentlich Bast ist. Die Blatter sind selten abge-löst oder gestielt, sondern bilden nur lange Röhren oderScheiden um den Stengel, sind so zu sagen nur die äußereEkengcllage selbst, welche sich von den inneren abgelößthat; daher laufen auch die Spiralgefäße nur grad ausund bilden Rippen ohne sich zu verästeln. Mit dieser scheudenartigen Blattbildung stimmt auch der Bau der ganzenBlüthe, des Gröpses und des Samens überein. Es ent-wickelt sich nur der äußere Theil der Blüthe, nehmlich derKelch, welcher jedoch oft blumenartig gefärbt ist und dieStaubfaden trägt. Die Kelchthcile sind meistens scheidenartigverwachsen und selten in Blätter gesondert. Ebenso be-steht der Same nur aus einem Scherdenblatk ober einem