Buch 
8 (1835) Der Feldzug von 1815 in Frankreich : hinterlassenes Werk / des Carl von Clausewitz
Entstehung
Seite
156
JPEG-Download
 

156

aber ein Korps, dem die Befehle erst nach 6 Stunden zu«gehen, als Theil ein und derselben Schlacht angesehen wer-den? Wie kann ein Feldherr darauf Anspruch machen, einsolches Korps vom Schlachtfelde aus nach den Oszillatio-nen der Nachrichten ein und desselben Tages leiten zu wol-len? So ist es aber, wenn wir den Schluß des zweitenBriefes lesen: En ce moment la bataille est engagéesur la ligne de Waterloo. Le centre de l’ennemi està Mont St. Jean, ainsi manoeuvrez pour joindre notredroite ...

und gar das Postskriptum:

Une lettre qui vient d'être interceptée, porte que legénéral Biilow doit attaquer notre flanc, nous croyonsappercevoir ce corps sur les hauteurs de St. Lam-bert; ainsi ne perdez pas un instant pour Vous rap-procher de nous et nous joindre, et pour écraser Bii-low que Vous prendrez en flagrant délit.

Wenn Grouchy auch diesen Befehl um 4 Uhr Nach-mittags bekommen hatte, welches doch in jedem Falle einesehr große Ungewißheit war, und wenn dieser Marschallauch gleich hätte abmarschiren können, so würde er aus derGegend von Wavre doch nicht vor 9 Uhr in der Gegenddes Schlachtfeldes eingetroffen fein, denn man marfchirt ineiner stark cingefchnittencn Gegend in Gegenwart des Fein-des mit 40,000 Mann nicht so geschwind wie ein einzel-ner Mensch geht, und der Weg den Grouchy zurückzulegenhatte betrug über 2 Meilen. Wer an die großen fauxfrais von Zeitverlust denkt, die im Kriege den ganzen Aktdes Handelns unaufhörlich durchziehen und als wesentlicheBestandtheile in die Rechnung mit aufgenonunen werdenmüssen, der karrn jenen Befehl unmöglich für praktisch hal-ten. Aber rvaö setzt jener Befehl noch voraus? daß Grouchy