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8 (1835) Der Feldzug von 1815 in Frankreich : hinterlassenes Werk / des Carl von Clausewitz
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diese wenigstens jedes Verhältniß umfassen, in dem stch derKriegführende befinden kann und zwar die großartigsten unddurchgreifendsten Verhältnisse vor allen übrigen.

Bonaparte, der auf der Spitze seines Degens nichtbloß die Krone von Frankreich balancirte, sondern eineMenge anderer Kronen zu gleicher Zeit, der sich einzig undallein mit Kühnheit und verwegenem Trotze durch eine Weltihm entgegentretender fester Verhältniße und Ordnungenseinen Weg bahnen sollte — wie könnte man Bonapartemit dem Maaßstabe messen, womit ein Türenne gemessenwerden muß, der, in eine große Staatsordnung gehörig,sie weniger bestimmt als er selbst von ihr bestimmt wirdund als ein nur wenig vorragendes Glied derselben zu be-trachten ist? Wie könnte man Bonaparte tadeln daß ereiner Schlacht darum nicht ausgewichen ist weil er schondas Schwert blitzen sah, was der rachedurstige Blücher inseiner Seite zuckte, und sah daß ihm kaum noch eine Hoss-nung des Sieges blieb? Das war ja eben der einzige Wegzum Ziel, daß er die letzten Hoffnungen noch verfolgte, dasGlück noch an feinen schwächsten Fäden festzuhalten suchte.Als er gegen Wellington vorrückte, seines Sieges fast ge-wiß, erschienen etwa 10,000 Mann in seiner rechten Flanke;es war Hundert gegen Eins zu wetten, daß fünf- oder sechs-mal so viel folgen würden und dann war die Schlacht nichtzu gewinnen; aber es blieb doch möglich daß es nur einmäßiges Detafchement sei, daß mancherlei Ungewißheitenund Behutsamkeiten sein wirksames Einschreiten verhindernkonnten. Auf der andern Seite lag ja für ihn Nichts alsein unvermeidlicher Untergang; sollte er sich durch die bloßeGefahr in die Gewißheit hineinschrecken lassen? Nein, esgiebt Lagen wo die höchste Vorsicht nur in der höchsten Kühn-heit zu suchen ist und zu diesen gehörte die Lage Bonapartes.