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Die Sonne und die Planeten : populär-wissenschaftlich dargestellt / von E. Becker
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nuten) zu dem Nachtgleichenpunkt, als es sonst der Fall seinwürde. Aus diesem Grunde hat man die Erscheinung das Vor-rücken der Tag- und Nachtgleichen oder Präcession genannt. EineFolge dieser Bewegung (in Verbindung mit der Veränderungder Lage der Apsiden) ist, daß die größte Sonnennähe, welchegegenwärtig in den Winter füllt, im Verlauf der Zeiten in andereAbschnitte des Jahres, in den Frühling, Sommer, Herbst vor-rückt, und daß daher die Dauer der einzelnen Jahreszeiten perio-disch veränderlich ist.

Nicht allein die Bewegungen der Himmelskörper, auch ihreGestalt selbst, das periodische Steigen und Fallen des Wassersauf unserer Erde, und vieles andere ergiebt sich mit mathemati-scher Strenge aus dem einzigen Grundsätze der allgemeinenSchwere. Erscheinungen, welche früher unvermittelt nebenein-ander standen, wurden durch dieses Princip miteinander ver-knüpft und zu Teileneines Ganzen, des großen Reiches nämlich,in welchem die gegenseitige Anziehung der Körper als einzigesGesetz gilt." So wurde durch Newtons folgenschwere Entdeckungdas Weltgebäude, welches Kopernikus in seinen Umrissen ge-zeichnet, Kepler im einzelnen weiter ausgeführt hatte, mit demSchlußsteine versehen.

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lautet die Inschrift der Marmortafel, welche das Geburtshausdes großen Britten in Woolsthorpe schmückt.

Die Entfernung der Erde von der Sonne.

Es giebt in der ganzen Astronomie kaum eine Größe, derengenaue Kenntnis von so fundamentaler Bedeutung ist, als diemittlere Entfernung der Erde von der Sonne oder die halbe großeAchse der Erdbahn. Der Grund hiervon ist leicht ersichtlich. Der