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Es kann nun aber auch bei primitiv hinreichender Kohäsionund der genügenden Steifigkeit bei wiederholten Explosionen einZertrennt-werden des Metalles, und zwar daun bei scheinbarunveränderter Form desselben eintreten. Diese Erscheinung-können wir am charakteristischsten beim gusseiseren Geschützesehen, das eine gewisse ungleiche Zahl vonS chüssen scheinbarunverändert aushält, uml dann plötzlich, oder einige Zeit nachentstandnen kleinen Rissen (die hier meist von innen nachaussen vorschreiten und nicht von Ausbauchungen oder Eindnik-ken begleitet sind, sich aber auch sehr häufig am Zündloch zeigen)zerspringt. Erklärt werden kann diese Erscheinung füglich nuraus einer, der Stärke der Erschütterungen nicht genügendenElastizität. Man glaubte auch wohl, dass die Eigentümlich-keit des Gusseisens, nach der Erhitzung nicht mehr ganz zumfrüheren Volumen zurückzukehren, die Veranlassung einer all-mählichen Auflockerung und einer verminderten Kohäsion des-selben werden könne, allein diese Erscheinung des Erliegensdes Gusseisens bei anhaltendem Gebrauche zeigt sich überall,wo es längere Zeit Vibrationen ertragen muss, gleichviel, ob esdabei zuweilen erwärmt wird oder nicht. Gusseiserne Pfeiler,auf denen Spinnmaschinen ruhen, werden zuletzt durch die klei-nen Vibrationen derselben plötzlich nach langer Tragezeit zer-brochen ; dass aber eben nur die kleinen fast unmerklichenVibrationen die Veranlassung zum Brechen geben, geht, ganzdeutlich daraus hervor, dass man diesem Zerbrechen jetzt sicherdadurch begegnet, dass man eine Filz - oder Bleischeibe zwi-schen die Verbindungen der Eiseritheile legt, was keine andreWirkung haben kann, als die Aufhebung der Mittheilung derVibrationen an die Pfeiler. — In den Walzwerken springenoft die besten eisernen Walzen scheinbar ohne äussere Veran-lassung, und zwar meist in der Gegend, wo ihre Schwingun-gen am grössten sind. — Dass die Elastizität jedenfalls einewesentliche Rolle bei der Veränderung, welche in der Masseeiserner Geschütze beim Schiessen vorgeht, spielt, erkennt manunter andern daraus, dass bei einem mit einer längern Reihevon Schüssen belegten Rohre sich die vorher völlig unverletzteTraube nach 122 Schüssen mit ganz frise\iem Bruche ab-löste, und erst nach noch 10 Schüssen das Rohr selbst zer-sprang. Bei dem Beschiessen eines anderen Rohres beobachtete