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Erfahrungen über Fabrikation und Haltbarkeit des eisernen und bronzenen Geschützes / gesammelt von Dr. Moritz Meyer
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7
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den verschiedenen Zehen und Ländern eigenthümliehe, meist ein-seitige, oft sich widersprechende Ansichten gebildet, die baldein zu grosses Vertrauen veraniassten, bald wieder es zu lieffallen Hessen, und hier und da, zu unbesiegbaren Vorurtheilenverhärtet, einem jeden Fortschritte hemmend entgegentraten.So war z. B. in Schweden lange Zeit das Vertrauen auf dasgusseiserne Geschütz sehr schwankend. Es gab Zeiten, woman glaubte, dass Geschütze gewisser Hütten gar nicht zusprengen seien, und man lud sie mit 3 und 4 Kugeln. Dannsprang einmal wieder ein Geschütz, und man trieb nun dieängstliche Vorsicht beim Gebrauche dieser Geschütze bis aufshöchste und befahl sie in Reglements. In Bezug auf dasBronzegescbütz ist dagegen der Glaube immer ziemlich all-gemein gewesen, dass ein wirkliches Zerspringen dabei garnicht vorkomme, und eigentlich erst in neuerer Zeit hat mailbemerkt, dass es ebenfalls der Verbesserung sehr bedürfe.

Die folgende Zusammenstellung einer grossen Zahl vonErfahrungen wird uns daher den besten Aufschluss geben,was das verschiedene bisher übliche Geschützinalerial bei derAnwendung im Grossen wircklich leistete.

Zweites Kapitel.

Geschichte der Geschülzfabrikation und Erfahrungenüber die Dauerhaftigkeit der Geschütze.

A. Eisernes Geschütz.a,y Geschütz aus Schmiedeeisen.

Wohl kein Versuch in der Artillerie ist so oft wieder-holt, und immer wieder unverrichteter Sache aufgegeben worden,als das Schmieden der Geschütze. Man ist aber bis diesenAugenblick noch nicht viel Weiter damit gekommen, als manin der ersten Zeit der Geschützfabrikation war, wo bekannt-lich alles Geschütz (Bombardon) aus Stabeisen fassartig zusam-mengesetzt wurde. Man kannte anfangs keine andere Methode,als die daubenartigen Stäbe durch Ringe zusauunenzuhalten,später erst schweisste man sie an einander. Ftir die Anforde-rungen jener Zeit, wo man nur Städte beschoss, daher keines