Buch 
Erfahrungen über Fabrikation und Haltbarkeit des eisernen und bronzenen Geschützes / gesammelt von Dr. Moritz Meyer
Entstehung
Seite
34
JPEG-Download
 

34

bilmachnug erst herausgraben müssen, und sie dabei sehr ver-rostet fand. Auch sollen sie nach einigen Angaben bereits vorder Belagerung als unbrauchbar betrachtet worden sein.

In Dresden wurden 1813 dagegen fast zu gleicher Zeitmit jenen Colberger Geschützen in Schweden gegossne Röhre,die seitdem immer der Witterung ausgesetzt und sogar eineZeit lang vergraben gewesen, auf den Wallen gebraucht; einigethaten über 200 Schuss, keins sprang.

Der grösste Vortheil, den die Erfahrung in Schweden andie Hand giebt, ist, dass man, bei einiger Aufmerksamkeit,die unhaltbaren Geschütze heraus zu erkennen vermag; so wurdez. B. ein 24 Pfder von der oben angeführten Konstruktion zu55 Cfr., der in einer Lieferung von 46 Stück solcher Geschützevorkam, für zweifelhaft gehalten; man probirte ihn und ersprang wirklich beim 3ten Schuss, wovon der lste mit 10 Pfd.Pulver und 1 Kugel, der 2te 10 Pfd. Pulver und 2 Kugeln,und der 3(e 10 Pfd. Pulver 1 Kugel und einer kugelschwerenKartätsche geschah.&) Von 1218Pfdern der obengenanntenKonstruktion zu 40 Clr., die alle unhaltbar schienen, probirteman Einen, und er sprang bei einer Ladung von 12 Pfd. Pul-ver und 1 Kugel.

Die schwedische Artillerie, sowohl der Armee als derFlotte, hat, da sie nun schon 2 Feldzüge mit dem eisernenFeldgeschütz, und alle früheren Seekriege mit dem eisernenSeegeschütz ohne wesentliche Unglücksfälle (mit Ausnahme der1809 gesprungenenen älteren Geschütze) ein grosses Vertrauenauf ihr Eisen, namentlich auf die eisernen Geschütze kleinerenKalibers; nichts desto weniger aber sind die Behörden dochdurch die Ereignisse in andern Ländern vorsichtig geworden,und man hatte die Absieht, den Geschützguss, obwohl er Pri-vatsache ist, unter die besondere Aufsicht eines eigends dafürherangebildeten Artillerie-Offiziers zu stellen, der nicht blos,wie bisher, die fertigen Geschütze probirte, sondern auch beim

Die Erscheinungen beim Springen dieses Geschützes waren soeigenthiindich, dass sie wohl eine nähere Beschreibung verdienen. DasGeschütz sprang in 6 grosse und viele kleinere Stücke, das hintere Stückflog 60 Schritt weit. Die Kugel hatte ein tiefes Lager und eine in 5zusammenhängenden und einer einzelnen Windung fortlaufenden Spirale,von 1" Breite eingedrückt.