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Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
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Achtnndzwanzigstes Capitel. Die Maassflüssigkeiten.

sigkeit abgiessen, wenn in der Wärme die Wasserstoflentwickelung amPlatin schwach zu werden anfängt. Man giesst die Flüssigkeit in einmit Glasstöpsel wohl zu verschliessendes Glas, bringt nach Bediirfnissneue Salzsäure und Zinnspähne in das Lösungsglas, bis man eine ent-sprechende Menge der Lösung bereitet hat. In das Glas selbst werfeich noch einige Zinnspähne.

Die directe Lösung des Zinns in Salzsäure giebt im Allgemeineneine schönere Flüssigkeit, als die Lösung des käuflichen Zinnsalzes inWasser und Salzsäure. Meistens löst sich dieses Salz in Wasser trübauf, und die Trübung verschwindet auch nicht immer durch Zusatz vonSalzsäure, indem das Zinnoxyd in Salzsäure ziemlich unlöslich ist.Ebenso wird eine anfänglich klare Lösung des Zinnsalzes mit der Zeittrüb, und ein Zusatz von Salzsäure reicht häufig, trotz aller Lehrbücher,nicht hin, die Klarheit wieder hervorzubringen. Man kann jedoch einetrübe Zinnlösung wieder klar machen, wenn man sie mit metallischemZinn, Platin und freier Salzsäure erwärmt. Es wird alsdann das Zinn-oxyd wieder reducirt und die Flüssigkeit wird wasserklar. Hat manschönes trockenes Zinnsalz, was sich nur mit geringer Trübung inWasser löst, so kann man dasselbe auch sehr gut zur Lösung verwen-den, indem man es erst mit reiner Salzsäure übergiesst, löst und dannerst das fernere Wasser zusetzt. Die Zinnchlorürlösung ist immer oxy-dabel, und deshalb hat es keinen besonderen Nutzen, ihr eine bestimmteStärke zu geben, sondern man bestimmt an jedem neuen Arbeitstagedie Stärke der Zinnchlorürlösung durch eine neue Titres'tellung. Stattder flüssigen Zinnchlorürlösung habe ich das krystallisirte Doppelsalzaus Zinncldorür und Salmiak in Anwendung gebracht. Das Näheredarüber wird im folgenden Capitel unter der Zinnanalyse mitgetheiltwerden.

2) Die Lösung des sauren chromsauren Kalis.

Das im Handel vorkommende doppelt chromsaure Kali ist zuweilenganz rein, meistens enthält es aber etwas schwefelsaures Kali. Um die-ses zu entfernen, löst man das Salz in destillirtem Wasser warm aufund krystallisirt es um. Sollten die Krystalle nicht rein von schwefel-saurem Kali sein, so wiederholt man diese Operation noch einmal. Mankann das Salz auf einen Gehalt an Schwefelsäure nicht anders prüfen,als dass man vorher die Chromsäure zerstört. Dies geschieht am bestendurch das selbstbereitete Zinnehloriir. Hat man dazu reine Salzsäuregenommen, so ist das Zinnehloriir frei von Schwefelsäure, wovon mansich auch durch eine Reaction mit Baryt überzeugen kann. Man ver-setzt das chromsaure Kali mit der sauren Zinnchlorürlösung, bis jedeSpur einer gelben Farbe verschwunden und eine lichtgrüne eingetretenist, und fügt dann Chlorbaryumlösung hinzu. Es darf selbst keine Spureiner Trübung entstehen. Wenn diese Bedingung erfüllt ist, kann man