Erster Abschnitt.
s c-
s Die Instrumente.
Erstes Capitel. .
Einleitung.
I)ie Titrirmethode oder Maassanalyse, volumetrische Ana-lyse bezweckt, chemische quantitative Analysen, auf leicht erkennbare,durch die Augen wahrnehmbare Erscheinungen gestützt, zu vollenden.Die anzuwendenden Flüssigkeiten haben einen bestimmten vorher festge-stellten Gehalt oder Titre, woher der Name, und die angewendetenMengen werden durch graduirte Glasröhren gemessen. Die Titrirme-thode erlaubt, viele Analysen in weit kürzerer Zeit und mit weit gerin-gerer Mühe als nach der üblichen Gewichtsmethode zu vollenden, inden meisten Fällen auch mit einer weit grösseren Schärfe und Ueber-einstiminung. Durch die Abkürzung der Zeit und der Operationen sinddie Analysen viel weniger Zufälligkeiten und Unfällen unterworfen,welche nicht selten am Ende einer mühsamen Arbeit sich ereignen unddie Resultate vieler Tage Arbeit vernichten. Von dem Range, einer reintechnischen Operation, mittelst deren die Güte der Rottasche und Sodaermittelt werden sollte, hat sie sich durch verbesserte Instrumente undVerfahrungsarten zur Bestimmung von Atomgewichten und der specili-schen Gewichte von Gasarten erhoben. Indem sie die Anzahl der Mit-arbeiter im chemischen Felde und in ihren Händen den Umfang unddie Zuverlässigkeit der Resultate vermehrt, verspricht sie der Chemie imAllgemeinen das zu leisten, was der berühmte Liebig’sche Kaliapparatder organischen Chemie, und dadurch der Agricultur und Physiologiegeleistet hat. Die Titrirmethode ist noch in ihrer vollsten Entwickelung.Jeder Tag bringt neue Bereicherungen, und jede neue gute Methode istein neuer Sinn, womit man chemisch wahrnehmen kann.
Titriren ist eigentlich ein Wägen ohne Wage, und dennoch sindalle Resultate nach dem Sinne des Ausspruchs der Wage verständlich.In letzter Instanz bezieht sich Alles auf eine Wägung. Man macht je-
1
Mohr's Titrirbuch.