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Dritter Abschnitt. Arsenigsaures Natron gegen Jodlösung.
Füniündt'uni'zigstes Capitel.
Ozon.
112 ) 1 CC. Arseniklösung = 0,0008 Grm. Ozon.
Das Ozon oder der erregte Sauerstoff kann durch arsenige Säurebestimmt werden. Der electrolytisch ausgeschiedene ozonisirte Sauer-stoff wird durch sehr enge Köhren, damit er in die feinsten Bläschenvertheilt werde, durch eine gemessene Menge von arsenigsaurem Natronhindurchgeleitet und nachher durch Jodlösung die noch übrige Mengeder arsenigen Säure bestimmt. Man erfährt durch Abzug diejenigeMenge der arsenigen Säure, welche oxydirt worden ist. Da man überdie Natur dieses Stoffes noch nicht ganz einig ist, und davon sogar zweiverschiedene Modiflcationen annehmen zu müssen glaubt, so bleibt esam gerathensten, das Gewicht des Ozon als Sauerstoff zu berechnen.Die Frage über seine Zusammensetzung und über die Grösse seinerWirkung sind ganz getrennt und nur die letztere wird durch die Maass-analyse ermittelt. In dieser Beziehung ist es ganz gleichgültig, ob manseine Wirkung mit zu bestimmenden von Sauerstoff oder von Chlor oderJod in Beziehung bringt. Der Sauerstoff verdient den Vorzug, weilsich ohne Anwesenheit dieses Körpers niemals Ozon bildet, wohl aberbei Abwesenheit von Chlor, Jod, Brom. Es würde 1 CC. Arseniklö-sung = 0,0008 Grm. Sauerstoff berechnet werden.
Arsenige Säure ist schon von Soret *) zu diesem Zwecke, jedochnach einem sehr unsicheren Verfahren angewendet worden.
*) Poggendorff’s Annalen Bd. 92, S. 304.