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Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
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Fünftes Capitcl. Silber.

sendtel in Lotlie, Grän und Tausendtel von Grän. Im Silbergewichtwird nämlich das Loth in 18 Grän getheilt, während es im Medieinal-gewicht '240 Gran enthält. Man verwechsele also nicht Grän und

Gran; indem 1 Grän Silbergewicht = 13y 3 Gran Medicinal-

18

gewicht ist.

Das Grän ist also ein ziemlich grosses Gewichtsstück und würdeohne Unterabtheilungen desselben keine genügende Schärfe zu errei-chen sein. Die Mark enthält 16mal 18 oder 288 Grän.

Der deutsche Silberarbeiter könnte nun seine Silberanalysen nachunserem System in Tausendtel von feinem Silber ausführen und die Be-rechnung mit der Tabelle auf Löthigkeit übertragen, und dies Verfahrenwäre entschieden das beste. Sollte aber Jemand so hausbacken seinund direct nach Loth und Grän analysiren wollen, so müsste er eigensdazu vorgerichtete Gelasse und Messtiüssigkeiten haben.

Oechsle in Pforzheim hat auch einen solchen Apparat angegebenund zum Verkauf angeboten. Als Probirmark nimmt er 32 Gran Me-dicinalgewicht, und die Salzlösung macht er so stark, dass 1600 GranMedicinalgewicht 32 Gran reines Silber fällen, jede 100 Gran Salzwas-ser also 1 Loth Silber in der Mark anzeigen. 32 Grm. Feinsilber erfor-dern aber 17,32 Grm. reines Kochsalz. Es müssen also 17,32 GranKochsalz zu 1600 Gran Wasservolum gelöst werden.

In 9 Pfund oder 288 Loth sind die 1600 Gran 43,2 mal enthalten;man hat also 43,2 mal 17,32 oder 748 1 / 5 Gran Medicinalgewicht oder3 Loth 28 1 j i Gran Kochsalz zum Volum von 9 Pfund Wasser zu lösen.Sodann hat man Pipetten von 400, 200 und 100 Gran nothwendig, undeine Bürette, worin 100 Gran Wasservolum in 18 gleiche Theile oderGräne eingetheilt sind.

Die ganzen Lothe giebt man nun mit den drei Pipetten zu der Lö-sung von 1 Probirmark oder 32 Gran Medicinalgewicht der Silberlegi-rung und vollendet die Analyse aus der in Gräne eingetheilten kleine-ren Bürette, welche mit Fass oder mit Quetschhahn versehen sein kann.Es verlohnt der Mühe nicht, einem so zwecklosen Verfahren nooh mehrVorschub zu leisten, da die Analyse nach dem Decimalsystem auf dasFeinste ausgebildet ist und alle Apparate dazu zweckmässig vorbereitetzu haben sind.

Probeanalysen.

Von einem französischen Franc (1848) wurden dreimal 1,08 Grm.genau abgewogen, jede Probe in ein Glas gebracht und mit Salpeter-säure übergossen. Nach der Lösung erhielt jede Flasche 89 CC. Ze-hent-Kochsalzlösung. Alle drei Flaschen wurden in warmes Wasser ge-stellt, um das Klarwerden zu befördern und dann einzeln unter eine