71
Neuntes Capitel. Zink.
schon oben S. 69 bei derQuecksilberoxydbestimmung beschrieben worden.Die Kaliunieisencyanidlösung wird im System so dargestellt, dass 1 j 30 At.oder 10,977 Grm. Kaliumeisencyanür im Litre enthalten sind. ZurHaltbarmachung dieser Lösung giebt man 200 bis 300 CC. Weingeistvor der Auffüllung bis zur Marke hinzu. Sie hält sich alsdann sehr langeund setzt mit der Zeit nur einen sehr unbedeutenden blauen Absatz aufdem Boden der Flasche ab. Ohne den Weingeistzusatz verändert siesich so bedeutend, dass sie nach einiger Zeit nicht mehr zu gebrauchenist. Die Darstellung einer Flüssigkeit nach dem Atomverhältnisse nütztallerdings bei diesem Körper wenig, da die Zersetzungen nicht glattaufgehen, und immer ein Theil des unveränderten Salzes im Nieder-schlage enthalten ist. Wollte man eine empirische Lösung darstellen,so würde diese für jedes Metalloxyd eine andere werden. Hat manaber nur ausschliesslich mit einem Metalle zn thun, wie z. B. auf denZinkhütten, so steht nichts im Wege, der Lösung eine solche Stärke zugeben, die direct das Zink in Grammen angiebt.
Um die Wirkung dieser Lösung auf Zinksalze genau zu bestimmen,muss man eine Zinklösung von bestimmtem Gehalte haben. Man kanndazu eine Lösung von reinem Zink, oder eine Auflösung eines Zinksalzesanwenden. Da die Zinklösung selbst zu keinen Bestimmungen gebrauchtwird, so ist es nur nothwendig, dass sie einen bestimmten und bekanntenGehalt habe. Am zweckmässigsten ist es, solchen empirischen Lösungendie Stärke von 10 Grm. Substanz auf das Litre zu geben, in welchemFalle das CC. 0,010 Grm. enthält. Auch hier eignen sich die Doppel-salze besonders gut, da sie ein hohes Atomgewicht haben und meistenshaltbarer und trockener sind, als das einfache Metallsalz. Das schwe-felsaure Zinkoxydkali hat die Formel KO -j- Zn O -)- 2SO ä -j- 6 HOund das Atomgewicht 221,64. Darin ist 1 At. Zink oder 32,53 ent-halten, und stellt man die Frage, in welcher Menge des Zinksalzes sind
221,64. 10
10 Grm. Zink enthalten, so ist diese
68,134 Grm. Löst
32,53
man 68,134 Grm. schwefelsaures Zinkoxydkali zu 1 Litre auf, so hatman eine Flüssigkeit, welche in 1 CC. 0,010 Grm. Zink enthält. Hätte
, 143,53.10
man reinen Zinkvitriol, so würden —■ ---■
oZ, oo
Litre gelöst eine ebenso starke Zinklösung geben.
•oder 44,12 Grm. zu einem
Von einer solchen Zinklösung wurden 10 CC. abpipettirt und mitder Zehent - Kaliumeisencyanidlösung ausgefällt. Es wurden in dreiVersuchen verbraucht:
1) 33,4 CC.
2) 32,6 „
3) 33,8 „
im Mittel 33,26 CC. Bei einer vollkommenen Zersetzung ohne Neben-