124 Fünfter Abschnitt. Zusammenstellung u. Vergleichung derParallel-Methoden.
Man müsste nämlich bestimmen, wie viel CC. Schwefelnatrium nothwen-dig wären, um in 100 oder 200 CC. reinem Wasser dieselbe schwacheReaction hervorzubringen, und müsste diese Menge sowohl von der Titre-stellung nach ihrem Verhältniss, als auch nachher von der Probe fürjede 100 CC. Flüssigkeit in Abzug bringen.
6) Durch Ferridcyankalium, Jodkalium und unterschwefligsaures Na-tron, von Carl Mohr.
Wenn man eine verdünnte Lösung von Ferridcyankalium mit Salz-säure und Jodkalium versetzt, so tritt keine Einwirkung auf und die Kör-per bleiben in der Form wie sie zugesetzt worden sind. Setzt man aberunter diesen Verhältnissen eine neutrale Zinklösung zu, so entsteht Ferro-cyanzink und Jod scheidet sich aus.
1) Fe 2 Cy 3 -f 3 CyH -f- JH -f 4 ZnO (S0 3 ) = 2 (FeCy -f 2 ZnCy)
+ 4 HO -f J.
Bei einem Ueberschuss von Zinksalz ist das ausgeschiedene Jod dasMaass des Ferridcyans, und bei einem Ueberschuss von Ferridcyan istdas ausgeschiedene Jod das Maass des Zinks.
2) 2(Fe,Cy 3 ~f 3 ZnCy) -f- 2 JH = 3(FeCy -f 2ZnCy) -j- (FeCy
+ 2 CyH) -f 2 J.
Die Richtigkeit der zweiten Formel wurde durch folgende Versuchebestätigt.
Reines, frischgefälltes und ausgewaschenes Ferridcyanzink wurdemit Jodkalium versetzt und nach kurzer Digestion, als das Ferrocyan-zink sich in dicken Flocken zeigte, abflltrirt. Zum Filtrat wurde Eisen-chlorid gesetzt und eine intensiv blaue Färbung zeigte die Gegenwartvon Ferrocyanwasserstoffsäure an.
Die vom Ferrocyanzink abfiltrirte Flüssigkeit wurde mit einer Lö-sung von salpetersaurem Quecksilberoxydul in geringem Ueberschuss ver-setzt und mit kohlensaurem Natron bis zum vorwaltenden Alkali gefällt.Auf diese Weise wurden alle Ferro- und Ferridcyan Verbindungen unddas Jod als Jodquecksilber entfernt. Das Filtrat musste nun, wenn Cyanausgetreten wäre oder sich Jodcyan gebildet hätte, Cyanquecksilber ent-halten. Es wurde deshalb Schwefelwasserstoff eingeleitet und von dergeringen Menge Schwefelquecksilber filtrirt. Nach Abdunsten des Schwe-felwasserstoffs gab die Flüssigkeit mit Silberlösung keinen Niederschlag.Es war also kein Cyan vorhanden.
Bei der Ausführung der Methode waren diese Thatsachen vonWerth, da es sich herausgestellt hatte, dass wenn man die Zersetzungund die darauf folgende Titrirung des Jods in neutraler oder schwachalkalischer Lösung vornahm, die Jodausscheidung geringer war, als demZink entsprechend. Dies findet dadurch seine Erklärung, dass das aus-getretene Ferrocyan in Form von Ferrocyankalium durch freies Jod zuFerridcyan übergeführt wird, während dasjenige Jod nicht gemessenwird, welches in dieser Art gebunden wurde.
Aus der Formel 2) ersieht man, dass die im ersten enthaltenen 6 Atome