128 Fünfter Abschnitt. Zusammenstellung u. Vergleichung der Parallel-Methoden.
statt des angewendeten 0,8711 Grm. Das Resultat ist sehr befriedigendund in allen Fällen, wo nicht eine analytische Schärfe erforderlich ist,vollkommen genügend.
Die Methode unterscheidet sich von der im ersten Theile S. 90 be-schriebenen dadurch, dass sie eine directe ist, während jene eine Rest-methode. Bei kleinen Mengen ist jedoch eine Restmethode immer ge-fährlich. Erhält man durch Strontian keinen Niederschlag, so kann manauch keine Schwefelsäure bestimmen, während bei grösseren MengenBarytsalzen eine blosse Differenz zweier Bestimmungen als ein Gehaltan Schwefelsäure angesehen werden würde.
Chlorsäure.
Es liegen zwei Methoden vor:
1) Zersetzung der chlorsauren Salze mit einem Ueberschuss von schwe-felsaurem Eisenoxydulammoniak unter Mitwirkung von Schwefel-säure oder Salzsäure und Bestimmung des rückständigen Eisensalzesmit Chamäleon (I, S. 238).
2) Entwickelung von Chlor durch Kochen mit starker Salzsäure undMessung des entwickelten Chlors.
a) Mit arsenigsaurem Natron und Jodlösung (I, S. 326).
b) Mit Jodkalium und unterschwefligsaurem Natron (I, Nachtr. S. 385).Beide Methoden geben sehr gute Resultate. Die erste ist leichter
auszuführen, da sie keine Destillation einschliesst.
Die dritte Methode (I, S. 281) lässt die Chlorsäure durch Zinn-chlorür reduciren und den Rest desselben mit chromsaurem Kali messen.Wegen der, dieser Methode anhaftenden kleinen Ungenauigkeiten könnensie mit jenen nicht für gleichberechtigt gelten.
Chromsäure.
Es liegen drei Methoden vor:
1) Zersetzung des chromsauren Salzes mit Ueberschuss von Eisendop-pelsalz, und freier Säure, Bestimmung des nicht oxydirten Eisensdurch Chamäleon (I, S. 239).
2) Zersetzung mit Zinnchlorür und Bestimmung des Ueberschusses mitchromsaurem Kali (I, S. 267).
3) Zersetzung der Chromsäure durch Destillation mit starker Salzsäureund Bestimmung des entwickelten Chlors mit arsenigsaurem Natronund Jodlösung (I, S. 311) oder mit Jodkalium und unterschweflig-saurem Natron (I, S. 385).
Die erste Methode giebt bei starker Verdünnung der mit Chamäleonzu messenden Flüssigkeit sehr genaue Resultate.