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Sechster Abschnitt. Angewandter Theil.
Manganoxyd.
Der Gehalt darin ist nur sehr klein, jedoch durch die blaue Farbeder gewöhnlichen Pottasche angezeigt.
Man wäge eine grössere Menge Pottasche, etwa lOGrm. ab, löse, fil-trire nach einigen Stunden und wasche aus. Das getrocknete Filtrumwird im Platintiegel geglüht. Der Rückstand enthält das Mangan alsOxyd Mn 2 0 3 .
Man kocht den Rückstand mit starker Salzsäure in einem später (beiBraunstein) zu beschreibenden Apparate, leite das entwickelte Chlor in
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Jodkalium und bestimme das freie Jod mit yy unterschwefligsaurem Na-tron (I, S. 383).
Schwefelkalium.
Einige Pottaschen enthalten Schwefelkalium, welches durch einegelbliche oder röthliche Färbung verrathen wird.
Man löse die Pottasche in viel Wasser, filtrire in eine weite Koch-flasche, übersättige mit Essigsäure und bestimme den Schwefelwasser-stoff mit Zehentjodlösung (I, S. 301).
Viertes Kapitel.
Soda.
Die Sodaanalyse hat von der Maassanalyse die grösste Hülfe erhal-ten, indem man fast alle zu stellenden Fragen durch diese Methode schnellund sicher lösen kann.
Einige Fragen interessiren in gleicher Art den Fabrikanten undConsumenten, andere mehr den Fabrikanten allein.
Die bedeutendste Frage ist immer der Gehalt an kohlensaurem Na-tron. Gewöhnlich kommt es nicht darauf an den Gehalt an Aetznatronzu bestimmen, da bei allen Anwendungen der Soda, zur Glas- und Sei-fenbereitung, zum Darstellen von Natronsalzen mit anderen Säuren, derGehalt an Aetznatron in Wirkung ganz gleich dem kohlensauren Na-tron ist.
Die reine alkalimetrische Bestimmung geschieht in den Fabrikenfast allgemein durch Normalschwefelsäure, die man auf eine titrirte Lö-sung von reinem kohlensaurem Natron stellt. Das dazu verwendete koh-lensaure Natron stellt man sich am leichtesten aus einem doppelt kohlen-sauren Natron dar, welches selbst keine Reaction auf Chlor und Schwe-felsäure giebt. Man erhitzt dieses Salz in einem Metallgefässe, von Pla-tin, Silber oder Schmiedeeisen bis nahe zum Glühen und wägt sich so-gleich Mengen von 53 Grm. ab, die man zum ferneren Gebrauche inweithalsigen Gläsern (Opodeldokgläsern) aufbewahrt. Man kann so auf