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Sechster Abschnitt. Angewandter Theil.
Dreizehntes Kapitel.
Mesotyp (Natrolith).
Zuerst wird der Wassergehalt durch den Gewichtsverlust einer bei100° C. getrockneten Menge (2 Grm.) durch Glühen bestimmt. Das ge-glühte Mineral löst sich nicht mehr in Säuren auf. Es muss also eineneue Portion zur Aufschliessung durch starke Salzsäure benutzt werden.Man dampft zur Trockne ab und bestimmt die Kieselerde nach Gewicht.Aus dem Filtrat fällt man die Thonerde mit Schwefelammonium oderAmmoniak, und bestimmt sie ebenfalls dem Gewichte nach. Das Filtratdampft man in der Platinschale zur Trockne, glüht vorsichtig zum völli-gen Vertreiben des Salmiaks und bestimmt das Chlor im Rückstand mitchromsaurem Kali und Zehent-Silberlösung. Es wird auf Natron be-rechnet.
Vierzehntes Kapitel.
Augit, Hornblende.
Das fein gepulverte Mineral wird mit kohlensaurem Kali-Natronaufgeschlossen, die Masse in Wasser aufgeweicht, in Salzsäure gelöstund zur Trockne gebracht, dann die unlöslich gewordene Kieselsäure ab-geschieden und nach Gewicht bestimmt. Man hat die Kieselsäure mitSalzsäure befeuchtet und zur Oxydation des Eisens und Mangans Chlor-wasser zugesetzt. Aus der Lösung werden Thonerde, Eisenoxyd undMangauoxyd durch Ammoniak gefällt, ausgewaschen, geglüht und ge-wogen.
Die Substanz im Tiegel pulvert man vorsichtig, indem man den Mör-ser bedeckt und auf einen grossen Bogen weisses Papier stellt, bringt dasPulver in eine Glasröhre mit seitlichem Rohr, wie sie bei der Chlor-destillationsanalyse beschrieben ist, und verbindet das Gasableitungsrohrmit der Absorptionsflasche, welche Jodkalium enthält. Es geht eine demManganoxyde (Mn 3 0 4 )*) entsprechende Menge Chlor über, welches inJodkalium eine äquivalente Menge Jod in Freiheit setzt. Dieses Jodwird durch zehent - unterschwefligsaures Natron gemessen. 1 CC.= 0,01147 Grm. Mn 3 0 4 . Die Flüssigkeit in der Proberöhre enthält dasEisen als Chlorid. Dieses wird mit Zink reducirt und mit Chamäleongemessen. Der Rest von der Summe der drei Körper nach Abzug desMangan- und Eisenoxydes giebt die Thonerde.
Das obige Filtrat von Ammoniak enthält den Kalk und die Bitter-
*) Annal. d. C!hem. u. Pharm. Bd 87, S. 260 u. 268.