Fünfzehntes Kapitel. Kohlensäure. 169
der Athemziige kann die leitende Person ebenfalls zählen, indem derGasometer bei jedem Athemzuge ruckweise aufsteigt. Man lässt nun denGasometer wieder heruntersinken, indem man den Stopfen bei m löst unddie Schalen, etwas erleichtert, und der Versuch kann beliebig oft wieder-holt werden. Man erfährt so die ganze Quantität der Luft, welche einMensch in einer gegebenen Zeit ausathmet.
Um den Kohlensäuregehalt dieser Luft zu bestimmen, schliesst mandie Einathmungsröhre durch eine Klemme ab, oder man knickt das ela-stische Rohr scharf um, wodurch es sich von selbst luftdicht schliesst,und befestigt den Absorptionsapparat (Fig. 13) an die dünnere Röhredes Gasometers, beschwert den Kopf der Glocke mit Gewichten unddrückt die Luft durch den Absorptionsapparat hindurch. Die Spannungder inneren Luft erkennt man an dem Unterschiede der beiden Wasser-niveaus. Es lässt sich auch das kleine Manometer (Fig. 14) auf dieser Aus-blasungsröhre anbringen, wodurch man die Spannung der inneren Luft überdie äussere in Millimetern von Quecksilber ablesen kann. Die Ablesung derdurchgetriebenen Luft geschieht an der Glocke selbst, und die Bestim-mung des kohlensauren Baryts durch Silber wie oben bei der atmosphä-rischen Luft beschrieben worden ist. Damit die Flüssigkeit im Gaso-meter selbst keine Luft absorbire, ist es zweckmässig, den Gasometervorher mit ausgeathmeter Luft gefüllt stehen zu lassen. Auch wendet
man als sperrende Flüssigkeit eine Salz-lösung an, etwa von Kochsalz, Chlorcal-cium, Chlorzink, welche Salzlösungen un-gemein wenig Kohlensäure absorbiren.
Wenn man auf die Messung der gan-zen Summe der ausgeathmeten Luft ver-zichtet, und nur den procentischen Gehaltan Kohlensäure ermitteln will, so kannman mit einem viel kleinern Apparatezum Ziele kommen.
Man bediene sich zu diesem Zweckeeiner Litreflasche, welche mit ausgeath-meter Luft gefüllt wird. Diese Flascheist leer (Fig. 16) und wird durch eineweite Glasröhre mit Luft gefüllt. Mansorge dafür, dass der neben der Ein-athmungsröhre befindliche freie Raumdes Halses der Flasche keinen grösserenQuerschnitt als die Röhre selbst' habe,indem man diese dick genug wählt. Mannimmt das freie Ende der Röhre in denMund und athmet stark in die Flasche,während man beim Einathmen die Röhre
Fig- 16-
l'fir ausgeathmetc Luft.