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Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
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Achtzehntes Kapitel. Analyse der Mineralwasser. ist»

stumplüng durch reine Salpetersäure das Chlor. Man erhält den ganzenChlorgehalt.

Ebenso kann man eine frische Menge Wasser zu diesem Zwecke ver-wenden, weil die kohlensauren Erden nicht schaden. Man erhält so dieSumme des Chlorgehaltes ebenfalls.

3) Wenn die salinischen Mineralwasser viel Chlorealcium enthalten,so enthalten sie meistens wenig oder keine schwefelsaure Salze (Kreuz-nach), oder wenn sie Schwefelsäure und Bittererde enthalten, so enthaltensie meistens kein Chlorcalcium oder wenig davon. In beiden Fällen istdie Methode etwas verschieden.

Man kocht 1 Litre Wasser bis zum Niederfallen der kohlensaurenErden, filtrirt in die Litretlasche zurück, füllt bis zur Marke an undnimmt daraus 500 CC.

Im ersteren Falle fällt man sogleich mit kleesaurem Ammoniak undbestimmt den kleesauren Kalk durch Glühen und Wägen, oder durchTitriren mit Chamäleon. Im Filtrat fällt man die Bittererde mit phos-phorsaurem Natron und Ammoniak und bestimmt das Tripelsalz demGewichte nach. Das Kochsalz erhält man aus dem Verluste.

Oder wenn Bittersalz und kein Kalk vorhanden ist, fällt man dieersten 500 CC. sogleich mit phosphorsaurem Ammoniak und bestimmtebenfalls dem Gewichte nach.

Die Schwefelsäure bestimmt man nach Gewicht aus einer frischen Por-tion Wasser durch Fällen mit Chlorbaryum in saurer Lösung und warm.

In beiden Fällen nimmt man die zweiten 500 CC. zur Natron-bestimmungallein. Man fällt mit Barytwasser, bis die Flüssigkeit schwachalkalisch reagirt, wodurch zugleich Schwefelsäure und lliltererde (auchKalk) entfernt werden. Man erwärmt mit kohlensaurem und reinem Am-moniak, filtrirt, verdünnt wieder zu 500 und verdampft davon 100 CC.in der Platinschale bis zum allmäligen Glühen ohne Verluste. Es bleibtdas Kochsalz allein übrig.

4) Chlorkalium. Man erhitzt 1 Litre bis zum Niederfallen der Erd-salze, filtrirt in eine Porzellanschale, setzt etwas Chlorplatin zu und ver-dampft zur Trockne. Den salzigen Rückstand zieht man mit einer gesättig-ten wässerigen Lösung von Chlorplatinkalium aus, welche alle schwefel-sauren Salze aufnimmt und nur sein eigenes Salz zurücklässt. Dasgewogene Chlorplatinkalium berechnet man auf Chlorkalium.

5) Die unlöslichen Bestandtheile werden wie bei den alkalischenMineralwassern behandelt.

Analyse des Königsstnhier Mineralwassers bei Rhense.

In dem Winter 1857 auf 1858 war das Rheinbett so tief, dass einneuer Mineralbrunnen ganz nahe bei dem berühmten Königsstuhle zuRhense zu Tage trat. Es wurden zu seiner Analyse die eben ermitteltenMethoden angewendet.