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Neunzehntes Kapitel. Ackererde.
Die Analyse hat also ergeben:
In 10000 CC.
Kohlensaures Natron . . 6,996 Grm.
Schwefelsaures Natron . 7,776 „
Kochsalz. 9,996 „
Kohlensäuren Kalk . . 2,500 „
Kohlensäure Bittererde . 0,915 „
Eisenoxyd. 0,106 „
Kieselerde. 0,020 „
28,309. Grm.
Die Summe der Bestandtheile betrug 28,44 Grm. in 10000 CC.
100 CC. Königsstuhler Mineralwasser aus einer Pipette in Baryt-wasser gelassen, der kohlensaure Baryt ausgewaschen, in Salzsäure ge-löst und zur Trockne abgedampft, erforderte 121,4 CC. Zehent-Silberlösung= 121,4 X 0,0022 Grm. = 0,26708 Grm. Kohlensäure in 100 CC.,oder 26,708 Grm. Gesammtkohlensäure in 10000 CC.
Die festen Bestandtheile nach obiger Analyse (Kalk, Bittererde,Natron) enthalten 4,483 Grm. gebundene Kohlensäure in 10000 CC.; unddiese zu Bicarbonaten berechnet, nehmen das Doppelte oder 8,966 Grm.C0 2 auf; ziehen wir diese von 26,708 Grm. ab, so bleiben 17,742 Grm.Kohlensäure im freien Zustande; diese nehmen nach Rose’s Tafel bei0° C. und 760 Millim. Barometerstand ein Volum von 9021,45 CC. ein,oder 90,2145 Proc. vom Volum des Wassers.
Neunzehntes Kapitel.
Ackererde.
Die Analyse der Ackererde hat durch die neuere Richtung derAgriculturchemie eine hohe Wichtigkeit erlangt. Das Interesse, welcheseine genaue Kenntniss der Zusammensetzung des Bodens erregt, ist meistpraktischer Natur, und es muss deshalb auch eine praktische Lösung derAufgabe angestrebt werden. Da die Ackererde nur ein mechanischesAggregat sehr verschiedenartiger Stoffe ist, so kann eine selbst vollstän-dige chemische Analyse keinen allein genügenden Anhaltspunkt zur Be-urtheilung der Fruchtbarkeit eines Bodens geben. Die Analyse würdenur die Gewichte der einzelnen chemischen Stoffe nachweisen, darüberaber vollkommen im Unklaren lassen, ob der Boden die gehörige Locker-heit und Durchdringlichkeit habe, ob die nachgewiesene Kieselerde alsSand oder in chemischer Verbindung vorhanden wäre, ob diese leichtoder schwer aufschliessbar wäre, ob die Humussäure die leicht oder schwer