200
Sechster Abschnitt. Angewandter Theil.
2) Die mit Salzsäure behandelte Ackererde, mit 3 Grm. doppeltchromsaurem Kali und einer entsprechenden Menge Schwefelsäure de-stillirt, gab kohlensauren Baryt, welcher durch 7,9 CC. Normalsalpe-tersäure gemessen wurde.
3) 5 Grm. derselben Ackererde, mit 3 Grm. doppelt chromsauremKali gemengt und trocken in einer Probirröhre erhitzt, gaben eine MengeKohlensäure, deren Maass genau 15,4 CC. Normalsalpetersäure war.
Die beiden Mengen Kohlensäure aus 1 und 2 einzeln bestimmt wa-ren gleich 7,9 X 7,6 = 15,5 CC. Normalsalpetersäure, und zusammenbestimmt = 15,4 CC. Normalsalpetersäure. ■ Diese Uebereinstimmungist höchst befriedigend.
Die Berechnung stellt sich in folgender Art.
Die 7,6 CC. Normalsalpetersäure aus 1) sind = 0,1672 Grm. Koh-lensäure in 5 Grm. Erde = 3,344 Proc. Kohlensäure in Erdsalzen.Die 7,9 CC. Normalsalpetersäure aus 2) sind gleich 0,1738 Grm. Koh-lensäure in 5 Grm. = 3,47 Proc. Kohlensäure als organische Substanz.Das Verhältniss der Kohlensäure zu dem organischen Stoffe, woraus sieentstanden, ist vor der Hand unbekannt, aber auch ganz gleichgültig,da die organische Substanz doch nur als Kohlensäure zur Wirkung kom-men kann.
4) Ammoniak.
Das Ammoniak ist in der Ackererde theils fertig gebildet und vonder porösen Substanz absorbirt enthalten, theils auch nocli als unzer-setzte organische Substanz, aus welcher durch Entmischung der ganzeStickstoffgehalt als Ammoniak frei werden muss. Es ist deshalb auchhier, wie bei der Kohlensäure, der Fall, dass man beide Mengen zugleichbestimmen kann, indem das Ammoniak diejenige Endform ist, in welcherder noch organisirte Stickstoff der Pflanze zu Theil werden kann. Selbstdas bereits fertig gebildete Ammoniak kann durch blosse Erhitzung nichtalle ausgetrieben werden. Die Hitze steigt in den äusseren Theilen derErde leicht bis zum Glühen, ehe alles Ammoniak aus dem Innern aus-getrieben ist, und das durch die glühenden Theilchen der Erde entwei-chende Ammoniak zerfällt in Wasserstoff und Stickstoff und entgeht da-durch der alkalimetrischen Bestimmung.
Will man das fertig gebildete Ammoniak allein bestimmen, so be-dient man sich des Bd. I, Fig. 107 abgebildeten Apparates.
Man füllt die Röhre d mit massig starkem Aetzkali, bringt 10 Grm.trockne Erde in die kleine Flasche rechts und dazu ein kleines Stück-chen gelbes Wachs. Dies bewirkt, dass die Blasen der kochenden Flüs-sigkeit leichter brechen. Ohne dasselbe steigt die kochende humushaltigeFlüssigkeit unvermeidlich über. Das erste Aufkochen muss man auchhier vorsichtig bewachen, bis alle absorbirt gewesene Luft sich losgeris-sen hat. In die weite Flasche bringt man 10 CC. Normalsalpetersäure.Zuletzt saugt man Luft. Wenn die Flüssigkeit zurücksteigen will, so