Vierunddreissigstes Kapitel. Metallisches Zink.
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Vierunddreissigstes Kapitel.
Metallisches Zink.
Die Untersuchung des metallischen Zinks hat ein besonderes In-teresse für den analytischen Chemiker, welcher sich desselben bedient,um Eisenoxydsalze zu Oxydul zu reduciren und um Kupfer im me-tallischen Zustande zu fallen. Es interessirt ihn deshalb zumeist der Ge-halt des Zinks an Eisen und der in Salzsäure unlösliche Rückstand.
Zur Untersuchung des Zinks darf man keine zu kleine Menge die-ses Metalles anwenden, weil seine Verunreinigungen nur sehr wenig be-tragen, und deshalb bei kleinen Mengen kaum nachzuweisen sind.
Man wäge 5 oder 10 Grm. des Metalles genau ab, und löse es inreiner Salzsäure oder destillirter Schwefelsäure. Gemeine Schwefelsäureist nicht anzuwenden, weil ihr Gehalt an Eisen sich zu dem des Zinksaddiren würde. Um den Sauerstoff der Luft abzuhalten, lässt man dasentweichende Wasserstoffgas durch eine Glasröhre in Wasser streichen.Es füllt sich deshalb das Glas, worin die Lösung stattfindet, bald mitWasserstoffgas an, und jede Oxydation des Eisenoxyduls nach geschehe-ner Lösung ist vermieden. Sobald alle Entwickelung von Gas aufgehörthat, öffnet man das Glas, füllt es mit ausgekochtem Wasser an und lässtabsetzen. Die ausgeschiedenen Metalltheilchen setzen sich leicht undrasch zu Boden. Man giesst in ein reines Glas ab, spült noch einigemalunter Absetzenlassen ab, und vereinigt die abgegossenen Flüssigkeiten.Nun fügt man Chamäleon aus einer sehr engen Pipette hinzu, bisrothe Färbung eintritt. Hat man keine Pipette, welche lOOstel CC. ablesenlässt, so bereitet man sich durch Verdünnung ein sehr schwaches Cha-mäleon, und bestimmt den Werth eines Tropfens, indem man genau1 oder 2 CC. abtröpfeln lässt und die Zahl der Tropfen bemerkt. Manerhält dann den Werth eines Tropfens in Brüchen des Cubikcentimeters.Zugleich bestimmt man den chemischen Werth des Chamäleons, indemman den Titre in gewöhnlicher Art nimmt, durch Eintröpfeln in die Lö-sung von 1 Grm. schwefelsaurem Eisenoxydul-Ammoniak.
Beim Eintröpfeln bis zum Rothwerden der Flüssigkeit muss man denletzten Tropfen abzählen. Gesetzt, man hätte 12 Tropfen Chamäleon ver-braucht, so sind nur 11 anzurechnen; diese werden mit dem bekannten Wertheeines Tropfens multiplicirt und geben die CC. Chamäleon, diese wieder mitdem Tagestitre des Chamäleons dividirt geben die Menge des Eisendop-pelsalzes, und dieses durch 7 dividirt giebt den Werth an metallischem Eisen.
Um nun auch die Menge und annähernd die Zusammensetzung desRückstandes zu erfahren, giesst man den kleinen Metallschwamm in einleichtes Porzellantiegelchen, zieht das Wasser mit einer Pipette sorgfältig