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Drciiiiidvierzigstes Kapitel. Anwendung der Titrirmethodc etc.
Normal-Chlorbariumlösung. Diese mit 0,016 multiplicirt geben 0,07'2 Grm.= 14,4 Proc. Schwefel.
Im zweiten Falle kommen 10 — 4,7 = 4,3 CC. Normal-Chlor-bariumlösung zur Anwendung. 4,3 X 0,016 = 0,0688 Grm. = 13,76Proc.Schwefel. Die Formel verlangt 13,38.Proc. Schwefel.
2) Eisenkies und Kupferkies lassen sich nicht in dieser Art auf-schliessen, wahrscheinlich weil die Oxyde dieser Metalle in Alkalien un-löslich sind. Der Schwefel muss auf nassem Wege mit starker Salpeter-säure oxydirt werden. 0,5 Grm. Eisenkies in dieser Art behandelterhielt 20 CC. Normal-Chlorbariumlösung. Der kohlensaure Baryt zeigtesich = 3,5 CC. Normalsalpetersäure. Der Schwefel ist also = 20 —3,5 = 16,5 CC. Normal-Chlorbariumlösung. 16,5 X 0,016 = 0,264Grm.- 52,8 Proc. Schwefel. Die Formel FeS 2 verlangt 53,34 Proc.
Dreiundvierzigstes Kapitel.
Anwendung der Titrirmethode in derPharmacie.
Eine sehr ausgedehnte Anwendung kann die Titrirmethode in derPharmacie finden, indem man durch sehr leichte und sichere Verfahrungs-arten den Gehalt vieler Arzneimittel an ihren wirksamen Bestandteilenermitteln kann, was sonst nur mittelst sehr zeitraubender Gewichtsanaly-sen möglich war. Nicht nur. dass der Apotheker beim Ankäufe vonRohwnaren, Säuren, Alkalien, Salzen sich der Stärke seiner Waare ver-sichern kann, auch die von ihm selbst gefertigten Arzneimittel kann erauf ihren gleichbleibenden Gehalt prüfen. Wir wollen nur die wichtig-sten Anwendungen auflühren und dabei der alphabetischen Ordnungder preussischen Pharmacopoe folgen. Wir nehmen an, dass man sichder Grammgewichte und der nach Cubikcentimetern getheilten Bürettenbediene. Zunächst kommen die Säuren.
Acetum concenlratum soll nach Angabe der Pharmacopoe 25 Proc.
wasserleere Essigsäure enthalten. Wenn man 5,1 Grm. Acetum concen-
tratum abwägt, so geben die bis zur blauen Färbung der Lakmustinctur
verbrauchten Cubikcentimeter Normalkali direct die Procente an wasser-
leerer Essigsäure. Wägt man 6 Grm. ab, so erhält man die Procente
an Essigsäurehydrat. Da das specifische Gewicht des Acetum concentra-
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tum 1,04 ist, so sind —oder 4,9 CC. gleich 5,1 Grm. Man kann also,1,04
statt 5,1 Grm. abzuwägen, in einer engen Pipette 4,9 CC. Acetum con-centratum ablaufen lassen.
Wenn die Essigsäure Salzsäure enthält, so sättigt man sie mit reinem