Eisen und Titan. 217
meisberg erhielt, war krystallinisch x ). Schafhäutl fand in einemSpiegeleisen 0,117 Proc. Zinn 2 ).
Manche Glockenspeisen, welche im Wesentlichen aus Kupfer undZinn bestehen, erhalten einen geringen Eisenzusatz, welcher indessen sel-ten 0,18 Proc. übersteigt. Bischof 3 ) führt Glocken von Rouen aus demzwölften Jahrhundert an, deren eine 1,6, deren andere 3,0 Eisen enthält.Ebenso findet sich in manchen Geschützbronzen, die im Wesentlichen ausKupfer, Zinn und Zink bestehen, ein Eisengehalt von 1,2 — 1,6 Proc 4 ).
In manchen, für Wellenlager verwendeten Legirungen, spielt Eiseneine wichtige Rolle. So wird in Frankreich vielfach eine Legirung von70 Thln. Eisen, 25 Thln. Kupfer und 5 Thln. Zinn benutzt. 5 )]
Eisen und Titan.
Erst seit kurzer Zeit besitzen wir genaue Kenntniss hinsichtlich desmetallischen Titans und wir sind hierfür dem zuverlässigen und uner-müdlichen Chemiker Wöhler verpflichtet 6 ).
Es ist, wenn es durch Reduction des Eluortitankaliums mittelst Ka-liums erzeugt wird, ein amorphes graues Pulver, welches dem bei niedri-ger Temperatur mittelst Wasserstoffgases reducirten Eisen gleicht. Zwei-hundertfach vergrössert, erscheint es als zusammengesinterte Klumpenvon Eisenfarbe und vollkommen metallischem Glanze. Beim Erhitzen ander Luft verbrennt es mit prachtvollem Lichte. Die kleinste Menge,in eine Flamme gestreut, bildet verbrennend äusserst glänzende, stern-artige Funken. In Sauerstoffgas erhitzt, verbrennt es momentan mitblendendem, blitzähnlichem Feuer; in der entstandenen Titansäure (Ti 0. 2 )finden sich eisengraue geschmolzene Kugeln von Titan. Wöhler glaubt,dass kein anderer Körper so energisch in Sauerstoffgas verbrenne. DasTitan gehört zu den wasserzersetzenden Metallen; es entwickelt schon bei100 Grad aus Wasser Wasserstoffgas. Wöhler setzt keinen Glauben indas durch Reduction von Titansäure in kohlegefütterten Tiegeln durchErhitzung im Schmiedefeuer nach Berthier, Laugier und Anderenangeblich erhaltene, sogenannte messinggelbe oder kupferfarbene Titan,es sei denn, man könne beweisen, dass das Titan in zwei verschiede-nen allotropischen Zuständen auftrete. Bei hohen Temperaturen ver-bindet es sich nicht nur mit Sauerstoff, sondern auch mit Stickstoff,und selbst in dem letzteren Gase findet merkwürdiger Weise die Verbin-
*) Metallurgie, 1865. S. 112. — 2 ) Eod. loc. — 3 ) Das Kupfer und seine Le-girungen. 1865. S. 243. — 4 ) Bischof, S. 250. — 6 ) Bischof, S. 307. — 6 ) Ann.de Chim. et de Phys. 3. s. 29. p. 181. 1850.