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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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229
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Eisen und Nickel.

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Fairbairn berichtete über die Resultate von Experimenten, ange-stellt, um die absolute Festigkeit einiger Legirungen von Nickel undEisen, welche dem Meteoreisen in der Zusammensetzung glichen, zu be-stimmen 1 ). Für die erste Reihe derselben war das angewandte Nickelaus einem Nickelerze auf einem trocknen Wege, der übrigens wegenmangelnder Ausführlichkeit unverständlich hleibt, dargestellt worden.

Roheisen Nr. 3 von Blaenavon, nicht Schmiedeeisen, wurde alszweites Material zur Herstellung der Legirungen gebraucht. Da über dieReinheit des Nickels nichts angegeben ist, so haben diese Experimente sogut wie gar keinen Werth.

Zu einer zweiten Reihe von Experimenten wurde, laut Angabe, voll-ständig reines Nickel und Roheisen derselben Art wie vorher angewendet.Die Festigkeit des Roheisens wurde durch Zusatz von 2 1 j i Proc. Nickelmerklich vermindert. Wurde nämlich die Festigkeit jenes zu 100 ge-setzt, so zeigte das Mittel von sechs Experimenten für die Legirung nur83. Hiernach scheint also das Nickel die Fähigkeit des Roheisens, demZerreissen und dem Stoss zu widerstehen, wesentlich zu beeinträchtigen.

[Anm. d.Bearb. Nickel geht bei Verschmelzung nickelhaltiger Erzein das Roheisen und aus diesem in das Stabeisen in geringen Mengenüber. Aeusserst geringe Mengen fand Streng im Roheisen von Königs-hütte am Harz. Rubach fand 1,53 Proc. Nickel, Mrazek 0,021 Proc.Nickel in verschiedenen Sorten Stabeisen 2 ).

Neusilbersorten, welche im Wesentlichen aus Legirungen des Ku-pfers, Zinks und Nickels bestehen, enthalten häufig Eisen, dessen Gehaltindessen selten über 3,4 Proc. steigen dürfte 3 ). Eine Neusilber ähnlicheLegirung soll durch das Zusammenschmelzen von 2 Thln. Kupfer, 1 / 4 Thl.Zink, 1 Thl. Nickel und 1 Thl. Eisen (also 23,5 Proc.) erzielt werden,doch bezweifelt dies Bischof 4 ), da das viele Eisen die Legirung äusserststrengflüssig und spröde machen, sich auch wahrscheinlich überhaupt nichtmit dem Neusilber legiren werde.

Es dürfte hier der Ort sein, Einiges über das auf der Erde vorkom-mende gediegene Eisen zu sagen. Während gediegenes Eisen als natür-liches Vorkommen tellurischen Ursprungs zumTheil überhaupt zweifelhaft,zum mindesten sehr selten ist, so findet es sich häufig in Gestalt vonMeteoreisen, also kosmischer Herkunft, und führt dann fast ohne Aus-nahme einen meist 3 bis 8 Proc. betragenden Nickelgehalt. GediegenesEisen tellurischen Ursprungs soll sich zu Gross-Kamsdorf in Thüringen aufder Grube Eiserner Johannes gefunden haben, doch wird dieser Körper vonEinigen, z. B. Breithaupt und Seebach, für ein Kunstproduct angesehen;seine Zusammensetzung war: 92,5 Proc. Eisen, 6 Proc. Blei und 1,5 Proc.Kupfer. Neumann fand ein Vorkommen in der böhmischen Kreide bei

4 ) Proceedings of the Manchester Philosophical Society, March 9. 1858.

2 ) Kerl, Handb. III. 58. 3 ) Bischof. Das Kupfer und seine Legirungen,

1865. S. 273. 4 ) Loco cit.