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Chemische Eigenschaften.
Chotza, Bornemann ein solches in der Lettenkohle von Thüringen; fer-ner führt man es in stalaktitischer Form aus dem Gebirge von Quille beiGrenoble auf, wo es auf einem Gange von oxydischen Eisenerzen imGneise mit zersetztem Schwefelkies brach. Vielleicht durch Steinkohlen-brände erzeugt ist das gediegene Eisen von Labouiche (Allier) und la Salle(Aveyron). Eisenschüppchen im Platinsand rühren wohl meist von dengebrauchten Gezähestücken her, so z. B. in den Platinsandablagerungendes Ural und der Cordillere von Choco, und ähnlich in den Goldsand-ablagerungen am Altai. Im Canaangebirge in Connecticut (Nordamerika)bei South-Meetinghouse soll ein einziges Mal ein Stück im Glimmerschie-fer gefunden worden sein, welches aus 91,8 Proc. Eisen und 7 Proc. Koh-lenstoff bestand. Auch Minas Geraes in Brasilien wird als Fundort ange-führt. Endlich kommt es in mikroskopisch feinen Tlieilen im Basalt vor ■).Am St. Johns River bei der Colonie Liberia in Westafrika soll auf gedie-genes Eisen ein förmlicher Bergbau getrieben werden. Es soll daselbstmikroskopische Krystalle von Quarz und Magneteisenerz umschliessen.Ausser diesen Vorkommnissen scheint alles auf der Erde im gediegenenZustande gefundene Eisen kosmischen Ursprungs zu sein.
Die ersten bestimmten Angaben über die Natur des meteorischenEisens rühren von Howard aus dem Jahre 1802 her, der die Entdeckungmachte, dass dies Eisen Nickel enthalte. Klaproth, Stromeyer undbesonders Berzelius erweiterten unsere Kenntniss von den Eisenmeteori-ten und bestätigten deren Nickelgehalt 2 ).
Das Meteoreisen ist im Allgemeinen nicht als homogene Masse, son-dern als Gemenge anzusehen. Das beweisen die von Widmannstättenin Wien 1808 zuerst entdeckten und nach ihrem Entdecker benanntenFiguren, welche hervortreten, sobald eine geschliffene und polirte Flächedes Meteoreisens mit schwacher Säure geätzt wird. Diese Figuren werdendurch schiefwinklig sich durchkreuzende Systeme schmaler, unter einanderparallel gehender Streifen gebildet. Während die so gebildeten Felder matterscheinen, werden sie von metallisch glänzenden Leisten eingefasst, welche,da sie wenig oder gar nicht von verdünnten Säuren angegriffen werden,erhaben bleiben, so dass ein derart angeätztes Stück Meteoreisen wie eineFig. 3 gestochene Stahlplatte direct zum Abdruck benutzt
werden kann.
Es zeigen indessen nicht alle Eisenmeteorite dieseFiguren, sondern manche nur gerade und unter ein-ander parallele Linien, welche sich nach Neumannauf die Krystallform des Hexaeders zurückführenlassen 3 ).
Als ein Beispiel der Figuren, welche sich beim
*) Quenstedt, Mineralogie, 1863, und Naumann, Elemente der Minera-logie, 1863. — 2 ) G. Rose, Beschreibung und Eintheilung der Meteoriten; Berlin1864. S. 30 u. ff, — 3 ) Rose, loc. eit. 44.