Eisen und Aluminium.
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und noch einmal so theuer, als Feingold. Für denjenigen, der etwa wei-tere Versuche hinsichtlich der Stahl-Palladium-Legirungen anstellen will,wird die Kenntniss folgender Thatsachen nützlich sein. Das Palladiumkann nicht im gewöhnlichen Gehläseofen, wohl aber vor dem Sauerstoff-gebläse geschmolzen werden. Nach Cock, welcher viel Erfahrungenhinsichtlich der Darstellung desselben im grossen Maassstabe hat, oxydirtes sich nicht an der Luft bei gewöhnlicher Temperatur, wohl aber beimErhitzen zu dunkler Rothgluth, während bei noch höherer Temperaturdas Oxyd wieder reducirt wird und die Oberfläche blank erscheint. Beidunkler Rothgluth läuft seine Oberfläche gerade so an wie Eisen oderStahl, und wenn man es längere Zeit vorsichtig erhitzt, so erhält eseinen spröden Ueberzug von braunem Oxyd, welches sich indessen stetswieder reducirt, wenn man die Temperatur etwas über den Grad stei-gert, der zur Bildung desselben erforderlich war x ).
Eisen und Osmium-Iridium.
Faraday und Stodart schmolzen reines Eisen mit 3Proc.Osmium-Iridium und erhielten einen König, welcher, nachdem er geschmiedet undpolirt war, mit vielen anderen Stücken von Eisen, Stahl und Legirungeneiner feuchten Atmosphäre ausgesetzt wurde. Es zeigte sich hierbei, dassdie Legirung zuletzt von allen rostete. Ihre Farbe war entschieden blau;sie liess sich härten durch Eintauchen in Wasser bei Rothgluth, und dochkonnte kein Kohlenstoff darin entdeckt werden 2 ).
Eisen und Aluminium.
Nach Deville vereinigen sich Eisen und Aluminium in allen Verhält-nissen. Derselbe beschreibt die Legirungen, welche 7 bis 8 Proc. Eisen ent-halten, als hart, spröde und in langen Nadeln krystallisirt. Die Legirungmit 10 Proc. Eisen gleicht sehr dem Antimonsulfid (SbS 3 ); durch Schmel-zung lässt sich die Legirung in einen nur wenig flüssigen Rückstand undein weniger eisenhaltiges Aluminium zerlegen 3 ). Eiserne Geräthe, welchedazu benutzt werden, geschmolzenes Aluminium umzurühren, überziehensich mit einer blanken, anhaftenden Lage dieses Metalls. Eine Legirung,gewonnen durch Erhitzung von 10 Gewichtstheilen Aluminium mit 5 Ge-wichtstheilen Eisenchlorür unter einer Decke von 20 GewichtstheilenChlorkalium und Chlornatrium, zeigte sich krystallinisch und lieferteunter Einwirkung sehr verdünnter Chlorwasserstoffsäure etwas zerfressenesechsseitige Säulen von der Farbe des Eisens. Kocht man die Legirungdagegen mit einer Lösung kaustischen Natrons, so löst sich die ganze
*) Phil. Mag. 23. p. 18. 1843. — 2 ) Phil. Trans, ante cit. p. 268. — 3 ) De1’Aluminium, ses Proprietes, sa Fabrication, et ses Applications. Par M. H.Sainte-Claire. Deville, Paris 1859. p. 40.