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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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244
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* 244 Chemische Eigenschaften.

Magnesium heraus genommen 1 ), aber freilich hat er weniger Anhänger un-ter den Metallurgen gefunden als Hahnemann unter den Aerzten.

Nach Gueymard sind manche Roheisenarten Savoyens platinhaltig 2 ).

[Anm. d. Bearb. Eine Verbindung von Eisen und Platin kommt auchals Mineral hexaedrischer Krystallform in kleinen Körnern von dunkel-stahlgrauer Farbe mit Platin zusammen vor. Das specifische Gewicht ist 14,6 bis 15,8 3 ).]

Eisen und Rhodium.

Faraday und Stodart legirten Rohstahl mit Rhodium, welches fürdiesen Zweck von Wollaston hergestellt worden war 4 * ). Der so legirteStahl zeichnete sich durch ausserordentliche Härte aus bei einer hin-reichenden Festigkeit, um Rissigwerden beim Schmieden und Härten zuverhüten. Wenn man aus dieser Legirung dargestellte Schneidwerkzeugeanlassen wollte, so war hierzu eine um 16,6 °C. höhere Temperatur alsfür den besten Wootzstahl nöthig, während schon Wootz eine 22,2 °C.höhere Temperatur erforderte, als der beste englische Gussstahl. Dasspecifische Gewicht des gehämmerten 1,5 Proc. Rhodium enthaltendenStahls war = 7,795. Stahl, mit dem gleichen Gewichte Rhodium ge-schmolzen, gab einen König, welcher polirt eine Oberfläche von aus-gezeichneter Schönheit darbot. Die Farbe dieser Legirung wird alsvortrefflich für Metallspiegel beschrieben. Die Legirung läuft nicht an,wenn sie auch lange Zeit dem Einfluss der atmosphärischen Luft ausge-setzt wird. Das specifische Gewicht war = 9,176 6 ).

Die Legirungen des Stahls mit Rhodium wurden von Faraday undStodart unter die werthvollsten von allen gezählt.

Eisen und Palladium.

Faraday und Stodart schmolzen vier Pfund Stahl mit Vioo Palla-dium. Das Product wird als ein sehr werthvolles beschrieben, besonderszur Anfertigung von Instrumenten, welche vollkommen glatte Kanten er-fordern 6 ).

Es scheinen indessen keine ferneren Experimente mit dieser Legirunggemacht worden zu sein. Vor einigen Jahren kam aus Südamerika ziem-lich viel Palladium, und der Verkaufspreis desselben stand zwischen3 Thlr. 17 Sgr. und 5 Thlr. 10 Sgr. proLoth; jetzt ist es aber sehr selten

l) A. D. 1861. Nr. 1863. 2 ) Ann. de la Chambre Royale dAgriculture et

de Commerce de Savoie. Chambery, 1858. p. 449. Aus dem Bericht über die 24ste

Session des Congres scientiüque de France. 3 ) Naumann, Mineral. 55. S. 416.

4 ) Quarterly Journ. a. eit. p. 329. 6 ) Phil. Trans, ante cit. p. 256.

6 ) Phil. Trans, ante cit. p. 254.