Eisen und Chrom.
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Der Ausdruck wird von Johnson folgendermaassen abgeleitet: DieArt des Webens leinener oder seidener Stoße, durch welche in Folgeder verschiedenen Richtungen der Fäden Blumen oder andere For-men mit verschiedenem Glanze hervortreten, ist in Damaskus erfundenund daher rührt der Name. Hiernach kann man in Zweifel sein, ob dieBezeichnung des Stahls von dem Ort seiner Erzeugung selbst oder von derAehnlichkeit seiner Oberfläche mit den genannten Webereien hergenommenist. Wahrscheinlicher dürfte indessen doch die directe Ableitung vondem Erzeugungsoite sein.
Eisen und Chrom.
Ueber die Verbindungen des Eisens und Chroms hat uns Bert hierbesonders Aufklärung gegeben *). Er giebt an, dass sich Eisen und Chromin jedem Verhältnisse legiren lassen; dass diese Legirungen sehr hart,spröde und von krystallinischer Structur sind, dass sie ferner grauer undglänzender weiss, weniger schmelzbar, viel weniger magnetisch und vielleichter angreifbar durch Säuren sind, als Eisen. Der Grad, in welchemsich diese Eigenschaften äussern, steht im Verhältniss zu der Menge desChroms in der Legirung. Die Legirung, welche 17 Proc. Chrom enthält,also etwa der Formel Fe 5 Cr entspricht, wird von Berthier beschriebenals beinahe silberweiss, sehnig von Structur, schwierig von Säuren an-greifbar und sehr spröde. Die Legirung, welche 60 Proc. Chrom enthielt,schmolz zu einem wohlgerundeten Könige, voll von weiten Blasen-räumen, die mit verlängerten sich schneidenden Krystallen besetztwaren; sie ist weisser als Platin und so spröde, dass sie sich in einemAchat-Mörser zu Pulver zerreiben lässt; ihre Härte ist so gross, dasssie Glas beinahe so tief wie Diamant ritzt; sie wird nur mit grosserSchwierigkeit von den stärksten Säuren, selbst Königswasser, angegriffen.Berthier bemerkt, dass diese Legirungen sich leicht herstellen las-sen durch starkes Erhitzen von Mischungen der Oxyde des Eisens undChroms in kohlengefütterten Tiegeln; falls das Chromoxyd vorwiegt, istder Zusätz von etwas Holzkohlenpulver wünschenswerth, um die Reduc-tion zu befördern. Ist die Menge der Stoffe, mit welchen operirt werdensoll, beträchtlich, so muss stets eine hinreichende Menge Holzkohlen-pulver zur Reduction zugesetzt werden. Uebrigeus lassen sich dieLegirungen auch aus Chromeisenerzen herstellen, aber in diesem Fallemuss man Flussmittel zusetzen, um die in den Erzen vorhandene Kiesel-säure und Thonerde zu binden. Ein guter Fluss zu diesem Zwecke isteine Mischung von 100 Thln. bleifreien Glases und 40 Thln. Boraxglasauf 100 Thle. Erz.
Nach Fremy lässt sich eine Legirung von Eisen und Chrom herstel-len durch Erhitzung von Chromoxyd und metallischem Eisen in einem