Eisen und Wolfram.
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die er verfügen konnte und welche hinreichten, um hessische Tiegel zuschmelzen; derselbe erhielt nur eine gesinterte Masse mit hellem Metall-glanz. In einem Falle wurde das Metall in einem Porcellanbrennofenachtzehn Stunden lang erhitzt, ohne dass sich eine Spur von Veränderungin der Structur bemerken liess.
Das specifische Gewicht des aus Wolframsäure durch Kohle reducir-ten Wolframs schwankte zwischen 17,1 und 17,3, des durch Wasser-stoff reducirten zwischen 17,9 und 18,2. Innige Mischungen von grauemgarem Roheisen in Form von Drehspähnen mit 1, 2, 3, 4, 5, 10, 15, 20,30, 40 und 50 Procent Wolframsäure wurden in amerikanischen Graphit-schmelztiegeln einer heftigen Weissglühhitze ausgesetzt. Nur bei denMischungen mit mehr als 20 Proc. Wolframsäure wurde auf den Boden desTiegels und über das Gemenge eine dünne Schicht Kohlenstaub gestreut,weil dann der Kohlengehalt des Eisens nicht mehr zur Iteduction derWolframsäure genügt haben würde. Bei 1 bis 3 Proc. Zusatz von Wolfram-säure war wenig Veränderung des Eisens wahrzunehmen, etwas mehr bei4 und 5 Proc.; bei 10 Proc. erhält das Eisen stahlartige Eigenschaften,klingt sehr hell, ist hellgrau und von sehr feinkörnigem Bruche, ein wenigschmiedbar; bei 15 Proc. Zusatz kann es beinahe als reiner Stahl bezeichnetwerden, der indessen noch nicht die vollkommene Geschmeidigkeit hat, umals solcher verwendet werden zu können, während er einen hohen Härte-grad besitzt. In eiserne Formen gegossene Stäbe dieser Legirung Hessensich im Schmiedefeuer leicht zu Hartmeissein ausstrecken, mit welchen,nachdem sie angeschliffen und wie gewöhnlicher Stahl gehärtet waren,ohne dass sie stumpf wurden, Guss- und Schmiedeeisen leicht bearbeitetwerden konnte. Bei den Proben mit 20 Proc. Zusatz von Wolframsäurezeigten sich dieselben Eigenschaften, die Härte war grösser, die Geschmei-digkeit geringer; die letztere Eigenschaft steigerte sich bei den weiterenProben bis zu 50 Proc. Zusatz, wo ein Ausschmieden nicht mehr möglichwar. Wurde das Gusseisen in grösseren compacten Stücken mit derWolframsäure zusammengeschmolzen, so erfolgte stets, auch bei Zusatzvon 30 Proc. Wolframsäure, ein weisses, dem Rohstableisen ähnlichesProduct, welches, obgleich sehr hart und spröde, sich ausgeglüht doch einwenig schmieden liess.
Das graue, bei Holzkohlen erblasene Roheisen zeigte im Allgemeinendasselbe Verhalten, wie das bei Koks erblasene, nur lieferte es wegenseiner grösseren Reinheit auch ein besseres Product. Ganz anders ver-hielt sich weisses Roheisen, sowohl kohlenstoffreicheres Spiegeleisen, alskohlenstoffarmeres gewöhnliches weisses Roheisen. Feine Drehspähnevon Hartwalzen wurden mit 1, 2, 3, 4, 5, 10, 15, 20,30,40 und 50 Proc.Wolframsäure eingeschmolzen, wobei sich herausstellte, dass nur danneine Legirung mit Wolfram entstand, wenn Kohlenstaub zugesetzt wurde,dass ohne diesen Zusatz die Wolframsäure fast ganz verschlackte und nurein kleiner Theil Wolfram mit in das Eisen überging. Die mit Kohlen-staubzusatz erhaltenen Legirungen waren eben so homogen wie die des
Percy, Metallurgie. 11. J 7