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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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258
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258 Chemische Eigenschaften.

grauen Eisens, aber ohne stahlartiges Ansehen, weiss im Bruche, vonderselben Structur wie das angewandte Eisen, und nur unmerklichschmiedbar. Ganz dasselbe Resultat erfolgte bei Anwendung von Spie-geleisen und gewöhnlichem bei Koks erblasenen weissen Roheisen. Eswurde, um den Grenzpunkt der Schmelzbarkeit der Wolfram-Eisen-Legi-rungen kennen zu lernen, ein Zusammenschmelzen des Eisens bis zu 80 Proc.Zusatz versucht. Bei 75 Proc. Wolframsäure war eine 1 >/ a ständige intensiveWeissglühhitze nöthig, um einen geflossenen König zu erhalten. Bei einemZusatz von 80 Proc. erfolgte selbst nach dreistündigem heftigem Glühen nureine sich unregelmässig an die Wände legende blasige Masse, die einenmuschligen Bruch von schön silberweisser Farbe und so grosse Härtezeigte, dass mit nicht einmal sehr scharfen Ecken derselben Glas undQuarz mit Leichtigkeit geritzt werden konnte.

Es wurden auch Versuche mit gepulvertem Wolframerz, mit Scheelit(CaO, WOj) und mit metallischem Wolfram angestellt, welche im We-sentlichen dieselben Resultate gaben, nur dass das im Wolframerz ent-haltene Mangan einen nicht unbedeutenden Einfluss auf die Legirungenausübte, während die Kalkerde des Seheelits durch Verschlackung dervorhandenen Kieselsäure eine reinere Legirung lieferte.

Bernoulli kam nach diesen Versuchen zu dem Schlüsse, dass derim Eisen chemisch gebundene Kohlenstoff nicht zur Reduction der Wolf-ramsäure zu Metall hergegeben werde, sondern nur der mechanisch ausge-schiedene, und dass daher durch Zusammenschmelzen von grauen guss-eisernen Drehspähnen mit einer passenden Menge Wolframsäure directein Gussstahl von besonderer Härte erzeugt werden könne; dass ferner beiAnwendung weissen Eisens nur unter Zusatz von Kohle eine Legirung ent-stehe. Der Grund, dass bei Anwendung von grauem Gusseisen in Stückenkein Stahl erhalten werde, sei der, dass die Wolframsäure in diesem Fallenicht in innige Berührung mit dem mechanisch ausgeschiedenen Graphittreten könne, und bei dem Flüssigwerden des Eisens der vorher mecha-nisch beigeraengte Kohlenstoff wieder chemisch aufgenommen, dadurchalso der oxydirenden Einwirkung der Wolframsäure entzogen werde.Dies wurde auch durch die Analyse bestätigt, da sich beim Auflösenverschiedener Stücke der dargestellten Legirungen in Salzsäure ein in-tensiver Geruch nach Kohlenwasserstoff entwickelte, selbst wenn keineKohle und mehr Wolframsäure zugesetzt worden war, als reducirt wer-den konnte: ein Beweis, dass ein Theil des Kohlenstoffs vom Eisen fest-gehalten wurde, trotzdem sich Wolframsäure als nicht reducirt ver-schlackt hatte.

Bernoulli hat die Resultate seiner Analysen in folgender Tabellezusammengestellt: