Thoneiseustein. 277
Lager, häufiger aber getrennte kuglige Absonderungen, welche dann ge-wöhnlich von Rissen durchzogen werden, in denen entweder Eisenspath-Kry-stalle oder aber vollständig von der Substanz des Erzes verschiedeneMaterien enthalten sind. Die dunkelbraune bis schwarze Farbe vielerVarietäten rührt von kohliger Substanz her. Enthalten sie davon10 Proc. und mehr und nehmen sie zugleich eine lagenförmige Absonde-rung an, so werden sie Kohleneisensteine (black band-ironstoncs ) be-nannt. — Die Erdsalze, welche mit dem kohlensauren Eisenoxydul stetsinnig gemengt sind, bestehen aus kohlensaurem Kalk, kohlensaurer Mag-nesia, kieselsaurer Thonerde (als Thon), ferner findet sich fast stets einGehalt an kohlensaurem Manganoxydul, an Kali, Phosphorsäure, Schwefel(in der Gestalt von Schwefelkies), sodann, wie erwähnt, organische (kohlige)Materie und etwas chemisch gebundenes Wasser.
Sie geben ein wichtiges Material zur Roheisendarstellung ab, sowohlfür Giesserei zwecke als für die Stabeisengewinnung.
Sie finden sich besonders ausgedehnt in beiden Kohlenformationen,der Steinkohlenformation und der Braunkohlen- (Tertiär-) Formation undsind wegen ihres Vorkommens mit Brennmaterial zusammen von grossemEinfluss auf die Billigkeit der Eisenpreise. Nicht alle Kohlenfelder besitzenindessen die Thon- oder Kohleneisensteine in hinreichender Menge, sosind z. B. die Kohlendistricte von Newcastle, Manchester, Oberschlesienarm daran. Auch in anderen Formationen, z. B. dem Lias von Yorkshire,dem Wealden von Sussex u. s. w. sind sie bauwürdig vertreten.
Der Schieferthon, in welchem sie meistentheils eingehüllt sind, hängtursprünglich mit grosser Hartnäckigkeit daran, wird indessen durch blosseEinwirkung der Atmosphäre locker und fällt dann theils von selbst ab,theils lässt er sich leicht durch einige Schläge trennen. Daher müssendie Thoneisensteine längere Zeit an der Luft liegen, ehe sie verschmolzenwerden können. Die Länge einer solchen Lagerzeit an der Luft ist aberin verschiedenen Districten sehr abweichend und in Süd-Wales z. B., wodas feste Anhaften des Schieferthones Veranlassung zu vielen Klagen giebt,lässt man sie über ein Jahr verwittern.
Der Kohlenbergmann sollte stets sehr achtsam alle Schichten seinesGebirges und ihren Inhalt prüfen, denn nicht selten hat man das Vor-kommen von Eisensteinen gänzlich übersehen oder aber solche als werth-los fortgeworfen, die sich später als sehr eisenreich herausstellten 1 ).
Ein Beispiel hierfür giebt der Eisenstein, welcher in der Gegend vonMerthyr- Tydvil mit Kohle zusammen vorkommt und unter dem NamenDuffryn - Brass 2 ) bekannt ist. Erst vor wenigen Jahren kam man dazu,seinen Werth anzuerkennen. Er ist schwer, steinartig, von braungrauer
x ) Es mag so manches Lager von Eisensteinen im Steinkohlengebirge verborgenbleiben, da die die Kohlenlager bedeckenden Schichten nur an wenigen Punkten,z. B. beim Schachtabteufen und Qnerschlagtreiben, und dann auch nur sehr ober-flächlich untersucht werden. — 2 ) Brass, eigentlich Messing, ist eine häufige berg-männische Bezeichnung für Eisenstein.