Buch 
[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
Entstehung
Seite
278
JPEG-Download
 

278

Die Eisenerze.

Farbe, und wird bis zu 14 sh. (= 4 2 / 3 Thlr.) per 20 Centner bezahlt.E. Riley fand eine Probe davon folgendermaassen zusammengesetzt:

Kohlensaures Eisenoxydul.58,48

Kohlensaures Manganoxydul. 0,71

Kohlensaurer Kalk.10,68

Kohlensäure Magnesia.21,90

Phosphorsaurer Kalk. 0,09

Zweifaehschwefeleisen. 0,09

Kohle. 8,95

100,90.

Aehnlich ist es mit den berühmten Kohleneisensteinen (black band)von Schottland gegangen, welche jetzt die Grundlage jener ausgedehntenEisenindustrie bilden, die ihr Product weithin in alle Lande schickt. Be-schaffenheit und Werth dieses Erzes wurden zuerst um das Jahr 1800 vonMushet erkannt, der sich so vielfach um das Eisenhüttenwesen von Gross-britannien verdient gemacht hat und dem wir auch werthvolle Beiträgezur Entwicklungsgeschichte der Eisengewinnung und Manufactur diesesLandes verdanken, sowie er uns auch zahlreiche und wichtige auf Expe-rimente gegründete Forschungen hinsichtlich der Gewinnung und Ver-arbeitung des Eisens überliefert hat, welche in der That grosse Anerken-nung und Dank verdienen, besonders wenn man die Zeit, in welcherMushet lebte, und seine Ueberhäufung mit Geschäften betrachtet.

Obgleich dieser Eisenstein schon längere Zeit in Westphalen bekanntwar, so wurde doch erst durch die Londoner Ausstellung von 1851 derGrund zu einer ausgedehnten Benutzung desselben für die WestphälischeEisenindustrie gelegt und manches bisher unbekannte Vorkommen aufge-deckt, sowie vieles früher Unbenutzte verwerthet*).

Die hauptsächlichsten Verunreinigungen der Thoneisensteine sindfolgende: phosphorsaurer Kalk, welcher bei manchen Varietäten (z. B.in Westphalen) bis zu 40 Proc. steigt und dadurch die Erze zur Be-reitung von Düngemitteln werthvoll macht; ferner häufig Eisenkies;seltner Kupferkies, Zinkblende, Bleiglanz, Haarkies ( Millerite ), Eisen-vitriol. Die Zinkblende kann man zuweilen in den Rissen der Eisen-steine bemerken, welche sie besetzt oder in grösserem oder geringeremGrade anfüllt. Zuweilen ist sie in den Spalten der Thoneisenerznierenreichlicher nach der Oberfläche, als nach dem Inneren zu vertreten. Haar-kies ist selten, zuweilen aber für ausgedehnte Flötze bezeichnend, so findeter sich im Merthyr-Tydvil-District, besonders in den drei liegendstenFlötzen, welche zusammen das Spotted-Vein-Lager bilden, und ebenso beiEbbw Vale, Blaina und Pont-y-pool.

*) Die Ansicht des Verfassers, dass die Existenz solcher Kohleneisensteine erstin Folge der Anregung durch die Ausstellung 1851 in Westphalen nachgewiesen,und solche vordem als ganz werthlose Schiefer auf die Halden gestürzt seien, istnicht vollständig richtig. Ich berufe mich in dieser Beziehung auf die Autoritätdes Herrn Daelen in Hörde.