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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Die Eisenerze.

60 Fuss noch nicht erreichten unteren Grenze. Bei Lindale Moor fülltes eine grosse Mulde aus, deren Tiefe 120 Fuss, deren Breite aber oftebenso viel erreicht. Dicht an der Grenze der silurischen Schiefer er-scheint es bei Whinfield Farm und einigen anderen Orten. Nördlich vonDalton treten viele einzelne muldenförmige Vorkommnisse auf, welche oft150 bis 180 Fuss Durchmesser bei 45 bis 60 Fuss Tiefe haben, und ähn-lich ist das Vorkommen zwischen Dalton und der Westküste, wo die be-rühmte Park-mine ihre Anlagen hat und wo sich zwei ausgebildete, miteinander zusammenhängende Bassins zeigen, deren Durchmesser 400 bis500 Fuss bei bisher unergründeter Tiefe beträgt.

5. Lias-Erze von Nord-Yorkshire.

Wenden wir uns von dem beschriebenen Gebiete aus wieder ostwärtszur Mündung des Flusses Tees, so finden wir südlich von letzterem die Ge-steine der Liasformation in einer steilen Wand sich erheben, den Nordrandder jurassischen Zone bildend, die sich von hier in grösserer oder geringererBreite bis an die Südküste von England (Lyme Regis) zieht. Nachdemhier im Jahre 1847 von den Eisenhüttenbesitzern Bolkow undVaughanzuerst Eisensteinblöcke aufgefunden und deren Schmelzwürdigkeit dar-gethan worden, wurde einige Jahre nachher ein 15 bis 17 Fuss mächtigesLager davon anstehend entdeckt und meilenweit am Rande der Cleveland-hügel verfolgt. Die geologische Stellung desselben entspricht dem Marl-stone (mittlerem Lias). Nur das unscheinbare Ansehen macht es erklär-lich, wie solche Schätze so lange unbeachtet schlummern konnten.

Die Eisensteine sind von grünlich-weissem Ansehen, meist oolithischerStructur, enthalten im Wesentlichen kohlensaures Eisenoxydul und Kiesel-säure, die zum Theil mit Eisenoxydul verbunden zu sein scheint. Diereinsten Sorten geben zwar bis zu 33 Proc., indessen scheint doch dieAusbeute selten mehr als 24 bis 25 Proc. zu betragen. Man unter-scheidet drei Abtheilungen des schwach nach Süden einfallenden Flötzes,deren mittelste von 11 Fuss Mächtigkeit die beste, deren hängendste von3 Fuss Mächtigkeit die schlechteste ist, da sie viel Schwefelkies enthältund daher auch angebaut wird.

Ihre grösste Entwicklung erreichen die Erze am Nordrande bei Eston,nach Süden zu verschwächen sie sich und keilen sich bis Thirsk gänzlichaus. Ein kolossaler Bergbau ist bei dem erwähnten Punkte eröffnet undes erstrecken sich längs des Bergabfalls weithin grossartige Anlagen,durch welche die geförderten Eisensteine zur Verladung oder zu den directin der Ebene gelegenen Hochöfen geschafft werden.

Bei dem Suchen nach der südlichen Fortsetzung dieses Lagers istman auf ein ähnliches Vorkommen in Nord-Lincolnshire gestossen, welchesindessen wesentlich aus Brauneisenstein besteht und auch in geologischerBeziehung einem tieferen Niveau (dem unteren Lias) angehört. Ferner isthier noch des höchst merkwürdigen Vorkommens eines magneteisenstein-