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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Grossbritannien.

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In neuerer Zeit sind die Gänge bei Weardale, östlich vom Cross Fellvon grosser Bedeutung geworden. Sie zeichnen sich durch Beichthuman Mangansuperoxyd aus. In diesem östlichen Theile, sowohl beidem durch seinen Bleiglanzbergbau berühmten Allenheads, als besondersweiter südlich bei dem bereits genannten Orte Weardale und bei Stan-hope treten reichlich Spatheisensteingänge auf, die von gleichfalls spath-eisensteinführenden Sprungklüften durchsetzt werden, so dass sie zumTheil einen stockförmigen Charakter annehmen. Diese in früheren Zeitenzur Verhüttung in Ilolzkohlenöfen ausgebeuteten Erze haben erst seit denletzten Jahren wieder Bedeutung gewonnen, hauptsächlich durch dasvon der Weardale Iron Company daraus erzeugte Spiegeleisen.

4. Rotheisensteine von Cumberland und North-Lancashire.

Westlich vom Eden Flusse und südlich von Carlisle erhebt sich dasTerrain wieder zu der schönsten Gegend Englands, dem sogenannten See-lande, welches im Inneren im Wesentlichen aus alten silurischen Schiefernbesteht, während ein beinahe geschlossener Kranz von Kohlenkalk es um-giebt. Dieser Kohlenkalk birgt eines der wichtigsten Eisensteiuvorkomm-nisse von ganz England, den Rotheisenstein von Whitehaven und Ulver-stone.

Bei Whitehaven, dem nördlicheren der beiden genannten Punkte,kommt der Eisenstein als sehr reiner und meist dichter, strahliger Glas-kopf auf Lagerstätten vor, welche als unregelmässig begrenzte Lagerbezeichnet werden müssen. Einige derselben erreichen 15 bis 30 FussMächtigkeit, ja bei Big Rigg Moor fand man 60 Fuss. Unregelmässigeund beinahe verticale Klüfte theilen den dichten Eisenstein in Abthei-lungen. Einzelne Lagen von Schiefer (1 bis 8 Zoll stark) sind häufigregelmässig in dem Eisenstein abgelagert. Selten finden sich zwei Lagerübereinander. Zuweilen scheinen die Erze mehr Ausfüllungen von Gängenzu sein.

Der Eisenstein wird meist unterirdisch durch Pfeilerbau gewonnen,nur bei Todholes (in der Nähe von Cleator) durch Tagebau.

Das zweite circa 1V 2 deutsche Quadratmeilen umfassende wichtigeGebiet dieses Districts liegt nördlich von der Morecambe Bay und bildetsomit die Südgrenze des Schiefergebirges, an welches sich hier zuweilennoch New-red-sandstone anlehnt. Der Kohlenkalk wird an der Küstehäufig durch jüngere Ablagerungen bedeckt, die den Abbau der anzahlreichen Punkten hier gewonnenen Rotheisenerze oft sehr erschwe-ren und gefährlich machen und schon häufig zu schrecklichen Un-glücksfällen Veranlassung gegeben haben, um so mehr, als viele alte, wederdurch Pläne noch durch Ueberlieferung bekannte Baue in diesen Gegendenexistiren. Das Erz kommt hier theils als derber Glaskopf (bläst ore),theils als mulmiges und schuppiges Erz ( raddle ) vor. Es findet sich inLagerstätten der verschiedensten Form und Natur, so bei Stainton, süd-östlich von Dalton, gangartig von 20 bis 30 Fuss Mächtigkeit und einer bei