Deutschland.
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II. Deutschland.
A. Königreich Preussen.
Während sich auch in Preussen die Eisenerze in den sämmtlichenFormationen von den krystallinischen Schiefern bis zu den noch fortdauern-den Bildungen finden, so ist ihre Vertheilung doch eine ganz andere als inEngland. Das Steinkohlengebirge ist verhältnissmässig arm daran; demJura gehören nur wenige Erze an, dagegen ist die Devonische, die Keu-per- und die Tertiärformation ungemein reich, und auch die allerjüngstenFormationen tragen nicht unwesentlich zum Material für die Eisenerzeu-gung bei ').
Das Vorkommen derselben soll gruppenweise von Osten nach Westenfortschreitend geschildert werden.
a. Die östlichen Provinzen.
1. Die Steinkohlen- und Trias-Erze Oberschlesiens.
a) Das oberschlesischeSteinkohlengebirge, welches in einem brei-ten Rücken zwischen Zabrze und Myslowitz, sowie in kleineren Gebieten,besonders südlich davon zwischen Nikolai und Belk, und zwischen Pietzeund Byrdultau zu Tage tritt, ist in seinem Hauptgebiete arm an Eisen-steinen. Es treten gutartige und reiche thonige Sphärosiderite in oftregelmässige Lager bildenden Nieren bei Ruda, Kattowitz und hauptsäch-lich in der östlichen Hälfte des Hauptsteinkohlengebiets auf, so bei Mys-lowitz, Kattowitz und Zalenze, welches letztere Erze für die fiskalischenEisenwerke liefert; verhältnissmässig reicher ist die südlichere, kleinereKohlenablagerung von Nicolai bei Orzesze.
b) Diese Armuth des productiven Steinkohlengebirges an Eisen-erzen wird glücklicher Weise durch den Reichthum der sich nördlich andasselbe anschliessenden Triasformation mit ihren beiden Unterabthei-lungen, dem Muschelkalk und dem Keuper, aufgewogen. Der Muschelkalkerstreckt sich in einem breiten Rücken von der Grenze über Taruowitzund Gr. Strehlitz bis Krappitz an der Oder. Die Eisenerzvorkommnissesind hauptsächlich an die Grenzen des liegenden und mittleren Gliedesdieser Formation, des Sohlenkalks und Dolomits, geknüpft, obwohl sieauch sowohl auf dem ersteren als auf dem letzteren auftreten. Sie bildenstockförmige und nesterförmige, unregelmässige Lager und Kluftausfüllun-gen von der verschiedensten Ausdehnung und Mächtigkeit. Letztereerreicht zuweilen 40 Fuss, wird aber meist von ersterer übertroffen.
*) Das Vorkommen der Eisenerze des Zollvereins, nach den Formationen geord-net, in Viebahn , Statistik, I. S. 728 u. ff. von Herrn von Dechen.