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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Die Eisenerze.

Am West- und Südrande der Muschelkalkerhebung, welche dasSteinkohlengebirge von Koslawajora umgiebt, sind die Vorkommnisse vonTamowitz, Trockenberg, Dombrowa und Scharley, am Nordrande derjeni-gen, welche das Hauptsteinkohlengebirge von Zabrze und Königshütteumgiebt, die von Maczeikowitz, Beuthen und Miechowitz, am Nord-, Ost-und Südrande der Muschelkalkerhebung von Gurniki die von Ptakowitz,Neu Repten und Stolarzowitz hervorzuheben ] ).

Auf der erstgenannten Muschelkalkerhebung selbst sind die Vor-kommnisse vonNaklo und Orzeche und am Rande des Steinkohlengebirgesdie von Radzionkau zu erwähnen, auf dem Dolomite zwischen der erstenund letzten, dem Gebiete zwischen Tarnowitz und Neu Repten die vonBobrownik zu nennen.

Die Erze sind sämmtlich mulmige Brauneisensteine mit wenigenfesten Stufen, und liegen meist dicht unter der Oberfläche. Verunreinigtsind sie oft durch Zinkgehalt, mit dessen Zunahme sie in Galmei über-gehen, und durch Bleiglanz.

Dasselbe Vorkommen auf dem Sohlenkalkstein wiederholt sich imwestlichen Theile der Muschelkalkzone, wo bei Stubendorf, Tarnau, Gross-stein, zwischen Grossstrelitz und Oppeln mulmige Brauneisenerze inNestern auftreten.

2. Die Keuper, Jura- und Tertiär-Eisensteine Oberschlesiens.

a) Nördlich an den Muschelkalk schliesst sich das oberste Glied derTrias, derKeuper, an, welcher indessen unter jüngeren Bedeckungen nurhier und da, besonders aber an den die Landesgrenze bildenden FlüsschenLiswarta und Prosna zu Tage tritt, und dort in seinen hängendstenSchichten reich an Eisensteinen ist 2 ).

Ihre wichtigsten Fundorte liegen in dem Gebiete zwischen Zimno-woda und Liebsdorf, zwischen Zborowsky und Wendzin, und besondersin der Gegend zwischen Landsberg, Pitschen und Kreutzhurg bei Kosel-witz, Ludwigsdorf, Babkowsky, Lofkowitz, Carlowitz u. s. w.

Diese Erze bestehen in Thoneisensteinen, welche als Knollen undNieren, seltener in zusammenhängenden Schichten, in Thonlagen, auftreten,meist eigentliche thonige Sphärosiderite, d. h. thonhaltiges kohlensauresEisenoxydul, zum Theil aber auch thonige und sandige Braun-, seltensolche Rotheisensteine sind. Die Knollen, welche aus unreineren, concen-trisch um einen reineren Kern gruppirten Lagen bestehen, sind von Spaltendurchzogen, die Eisenspathkrystalle, Thon, selten Blende und Bleiglanzenthalten. Sie erreichen meist eine Grösse von einigen Zollen, selten bisiy 2 Fuss Durchmesser. Sie kommen in sehr verschiedenen Teufen, meistaber nicht sehr fern von der Erdoberfläche vor 3 ).

*) Diese Eintheilung nach drei Erhebungen ist gemäss der neuesten Unter-suchungen des Herrn Dr. Eck gemacht worden. 2 ) Diese Erze wurden früherfür jurassisch gehalten. Vergl. Römer, Zeitschrift d. deutschen geol. Gesellschaft.1863. S. 694. 3 ) Vgl. v. Carnall, Kalender f. d. Oberschi. Bergmann 1847. S. 1.