Deutschland.
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6. Raseneisenerze des Flachlandes der östlichen Provinzen.
In dem ganzen Flachlande der preussischen Provinzen kommt Rasen-eisenerz in ungemein weiter Verbreitung vor, von verschiedener Güte,bald reich, von schwarzem und glänzendem Bruche, als sogenanntesfrisches Erz, bald ärmer und erdig, fast ohne Ausnahme mehr oderweniger phosphorhaltig. Die Ausbeute beschränkt sich auf diejenigenPunkte, an welchen entweder hinlängliche Betriebswasserkräfte, oder viel zuKohlen verwerthbares Waldholz vorhanden, oder wo fossiles Brennmaterialdurch nahen Transport zu erlangen ist. So findet er sich reichlich schonin den Flussthälern, welche sich an die erzreichen Gebiete Oberschlesiensanschliessen, an der Malapane, bei Kreuzburgerhiitte u. s. w., wird abervon besonderer Wichtigkeit in den flachen Theilen von Niederschlesienim Regierungsbezirk Liegnitz, in den Kreisen Löwenberg, Goldberg-Hainau, Bunzlau, Rothenburg und Hoyerswerda, zumal in den Niederun-gen von Queiss, Bober, Neisse, Spree und Elster; besonders auch an derOder bei Neusalz. Die Strecke zwischen Neusalz und Treuenbritzen, so-wohl im Regierungsbezirk Liegnitz als Frankfurt und Potsdam, istzu den an Raseneisenstein reichsten Gegenden zu zählen.
Ebenso schliesst sich in der Provinz Sachsen an die eisensteinfüh-renden Berggegenden das rasenerzreiche Flachland in dem Gebiet der Elbe,vorzüglich an der Elster, einem rechten, und an der Tanger, einem linkenZufluss jenes 'Stromes. Weiter zum Meere hin in den nördlichen Theilender Provinzen Posen und Brandenburg, sowie inPreussen und Pom-mern sind ebenso, besonders in den Flussniederungen, zahlreiche Rasen-eisenerzablagerungen bekannt, werden aber nur an wenigen Punkten ge-wonnen, so im Kreise Czarnikow in der Provinz Posen, bei Wondollek imRegierungsbezirk Gumbinnen in der Provinz Preussen.
b. Die westlichen Provinzen.
7. Die Eisensteine des Wesergebirges und desTeutoburger Waldes.
Die Eisensteine, welche in diesen beiden parallelen Gebirgszügen imRegierungsbezirke Minden und dem nördlichsten Theile des Regierungs-bezirks Münster auftreten, gehören sehr verschiedenen Formationen an.Es sind zu ihnen zuerst die Sphärosiderite zu rechnen, welche in denDiluvialgebilden des rechten Weserufers Vorkommen und z. B. bei Ilaus-berge, nahe der Porta Westphalica, ausgebeutet werden, wo sie sich ausden nahen Juraschichten zusammengeschwemmt, in grosser Menge finden.
In und auf der Kreideformation treten Bohnerze, conglomeratartigeund oolitische Brauneisensteine im südlichen Theile des Teutoburger Waldesbei Altenbeken, Willebadessen und weiter nördlich bei Grävinghagen auf.Sodann sind Eisensteine in den Jura- und Liasschichten vertreten, beson-ders am südlichen Theil des Teutoburger Waldes und dem Eggegebirge