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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Die Eisenerze.

Lager im mitteldevonischen Schiefer (Lenneschiefer) bei Endorf und Allen-dorf (am Brachter Gebirge und der Wilden Wiese) von nicht unbedeuten-der Mächtigkeit (bis 35 Fuss) und Längenerstreckung vor, zum Theil auchals oberflächliche Ablagerungen in Form von Sphärosideriten in Letten,so am Brachter Gebirge. Schliesslich sind Gänge von Rotheisenstein undEisenglanz im Eifelkalkstein bei Sundwig und Beckum, nicht fern vonIserlohn, von Brauneisenstein im devonischen Kalk bei Wülfrath und ander Grenze von Kalk und Schiefer bei Hochdahl vertreten. Vorkommnisseim Kohlenkalk, braun- und thoneisensteinführende Contaktlager, z. B. beiVelbert, bilden die Vermittlung mit den in Gruppe 9 beschriebenenLagerstätten.

12. Die Spatheisensteingänge des Siegerlandes.

Das bedeutendste Vorkommen von Eisenstein, und zwar von ausge-zeichnetem, manganreichem Spatheisenstein (Stahlstein) und Brauneisenstein,weniger Rotheisenstein, ist das des Siegerlandes und seiner Umgebungen.Die unterdevonischen (Coblenz-) Schichten dieses Gebietes sind durch-zogen von einer grossen Zahl zum Theil sehr mächtiger und stockförmigwerdender Gänge. Dies grosse Gangnetz erstreckt sich von Varste (süd-lich Bilstein) bis nach Waldbreitbach (am Wiedbach) von Nord-Ost nachSüd-West auf eine Länge von ca. 10 Meilen bei einer grössten Breite vonmehr als 5 Meilen. Es lassen sich mehr als 500 einzelne, grösstentheilsEisenstein, theils aber auch Blei und Kupfererz führende, bald längere,bald kürzere Gänge unterscheiden, die sich zu mehreren Hauptgruppenanordnen, ohne dass der innere geognostisebe Zusammenhang der einzel-nen zu solcher Gruppe gehörigen Gänge gerade nachweisbar, sondernim Gegentheil zuweilen die eine mit der anderen Gruppe durch zwischen-liegende Gänge weit inniger verbunden ist. Verfolgt man diese Gruppenvon Nordwest nach Südost*), so bietet sich zuerst die Rohnard-Morsbacher-Eisenstein-Gangpartie, welche sich von Rahrbach über Ottfingen, Steeg,Mörsbach bis nach Hamm an der Sieg zieht, und welcher sich beinahe inderselben Streichungslinie der Zug von Flammersfeld über Horhausennach Waldbreitbach am Wiedbach anschliesst. Die wichtigsten, theilsSgath, theils Brauneisenstein fördernden Gruben liegen zwischen Rohnardund Ottfingen, ferner bei Morsbach, Steimelhagen, am Thal der Wisseund Wippe, bei Wissen, Hamm, auf der südlichen Fortsetzung bei Hor-hausen.

Während der zweite Gangzug zwischen Oberhees bis zur «Asdorfhauptsächlich Blei-, Zink- und Kupfererze führt, tritt östlich der kurze,aber theilweise zu enormen Gängen entwickelte Müsener Zug auf, zwischenBenolpe, Varste und Müsen, auf ihm befindet sich bei Müsen die weit-

*) Vergl. H. v. Dechen, Geognost. Uebersicht des Regierungsbezirks Arns-berg. Verliaudl. d. naturhist. Vereins in Rheinland u. Westphalen. II. S. 117 u. f.