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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Die Eisenerze.

und Gustedt erstreckt, zuweilen eine mehrere Lachter grosse Mächtigkeitmit 12 Fuss Erzführung erreichend.

2. Königreich Sachsen.

Im Königreich Sachsen betrug die Menge der Eisenerze 18621,002,119 Ctr. Das Vorkommen ist nur in drei Districten von Wich-tigkeit.

1) Bei Schneeberg und Schwarzenberg kommen Rotheisensteingängeim Glimmerschiefer und zwar hauptsächlich an der Grenze von Granitvor, deren wichtigster der mächtige Gang des Rothen-Berges bei Erlaist; er setzt als Contactgang auf der Grenze zwischen Granit und Gneissauf und verzweigt sich auch in diese Gesteine. Uebrigens kommen inder Umgegend von Schneeberg etwa 60 Rotheisensteingänge von aller-dings meist untergeordneterer Wichtigkeit vor ').

2) In der zur norddeutschen Ebene gehörigen Niederung findensich Raseneisenerze, welche sich eng an die in Preussen beschriebenenVorkommnisse anschliessen, so bei Mariastern, Königswerda, Zaschendorf,Friedewald u. s. w.

3) Im sächsischen Voigtlande treten gebunden au einen Grünstein-zug, welcher sich vom Elsterthale über Plauen bis in die Gegend vonHof erstreckt, zahlreiche, hauptsächlich Braun- und Spatheisenstein füh-rende Eisenerzlagerstätten auf 2 ). Besonders wichtig ist die Gegendunterhalb Plauen an der Mündung der Triebei in die Elster.

Ebenso mit Hyperitmassen in Verbindung stehen die zwischenChri fengrün und Stenn bei Zwickau auftretenden, hauptsächlich Braun-und Rotheisenstein führenden Lagerstätten.

3. Die Thüringischen Vereinsstaaten.

Die Thüringischen Vereinsstaaten Sachsen - Weimar - Eisenach, Sach-sen - Meiningen, Sachsen - Altenburg, Sachsen - Koburg - Gotha, Reuss j. L.,Reuss-Greiz, Schwarzburg-Rudolstadt, Schwarzburg-Sondershausen liefer-ten im Jahre 1862 zusammen nur 154,432 Ctr., ein Quantum, welchesmit dem Reichthum dieser Länder 'an Eisenerzen in gar keinem Verhältnisssteht, und zugleich einen Beweis liefert, dass der Erzreichthum allein dieMetallindustrie eines Gebietes nicht bedingt, sondern dass leichte Zu-gänglichkeit fossilen Brennmaterials und ein zweckmässig für den Absatzgelegener Markt hinzukommen müssen.

In diesen Staaten birgt der Thüringerwald die hauptsächlichstenEisenerzlagerstätten, von denen einige bereits unter Preussen, wohin siefortsetzen, erwähnt wurden 3 ). >

J ) Cotta, Erzlagerstätten II. 49. 2 ) Cotta. S. 57. Viebahn, S. 731.8 ) Vergl. Cotta und Viebahn loe. cit.