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Die Eisenerze.
Die Lager wechseln in ihrer Mächtigkeit meist zwischen 3 und 7Fuss. Während in Oberfranken die hier sehr flach gelagerten Eisen-steine, wie erwähnt, erst neuerer Zeit einem bedeutenden Bergbau unter-liegen, sind dieselben im Regierungsbezirk Oberpfalz schon vor Altersbenutzt worden, so bei Altenacker, Sassenreuth, wo das Flötz alseine Fortsetzung des wichtigen Vorkommens von Arnberg anzusehen ist,welches in verminderter Mächtigkeit sich über Siebeneichen, Obersehal-kenbach und Langenbrück bis zu dem genannten Orte verfolgen lässt').
Der zweite eisenerzführende District ist der Nordrand der Alpen, inwelchem die Lagerstätten dieses Metalls hauptsächlich den tertiärenSchichten angehören und in Form von parallelen Lagern Vorkommen,welche aus manganbaltigen Sphärosideritkörnern bestehen, die in kalk-reichen Sandsteinen eingesprengt sind oder diesen, der gleichfalls oft eisen-schüssig ist, zum Bindemittel haben 2 ). Die wichtigsten derartigen Vor-kommen finden sich am Teisenberge bei Neukirchen, wo 5 bis 11 Fussmächtige Flötze aufgeschlossen sind, bei Tegernsee und hei Sonthofen.Die Production von Eisenerzen betrug im Jahre 1862 1,032,957 Ctr.
6. W ü r t e m b e r g.
Das Vorkommen der Eisenerze in Würtemberg entspricht in geolo-gischer Beziehung ganz dem der jurassischen Erze in Oberfranken undder unter Preussen (Hohenzollern) beschriebenen Bohnerze.
Die Eisenerze des braunen Jura treten hier zwischen Sandstein-schichten auf. Bei Aalen und Wasseralfingen an der rauhen Alp sind siebesonders stark entwickelt. Es erscheinen hier fünf Lager von zusammenI8V2FUSS, während die bauwürdigen derselben 7, beziehungsweise 4 FussMächtigkeit erreichen.
Der weisse Jura, der an sich eisenerzleer ist, besitzt auf seiner Ober-fläche reiche Lagerstätten von Bohnerzen, welche Vertiefungen und Spaltenoft bis zu nicht unbedeutenden Teufen erfüllen und an vielen Orten be-nutzt werden. Ausserdem hat Würtemberg noch einige gangförmigeEisenerzlagerstätten von Bedeutung in dem Granite des Schwarzwaldes.Die Production von Eisenerzen betrug im Jahre 1862 640,542 Ctr.
7. Baden.
Die Eisenerze des Grossherzogthums Baden kommen vor auf einigenBrauneisensteingängen im Granit des Schwarzwaldes und im Buntsand-stein, besonders bei Pforzheim und Liebeneck und finden sich ferner amsüdöstlichen Rande des Schwarzwaldes als Bohnerze auf dem weissen Jura.Die Production von Baden betrug im Jahre 1862 274,042 Ctr.
') Viebalin, 8. 743. — 2 ) Cotta, S. 3G7.