Oesterreich. 369
zwar Bohnerze bei Kunstadt in Flötzen von 9 bis 11 Zoll und bei Letto-witz in lagerartigen Stöcken von 3 Klaftern Mächtigkeit.
In Schlesien beschränkt sich die Eisensteingewinnung hauptsächlichauf die weit verbreiteten Vorkommnisse im Karpathensandstein, welchemeist durch Duckelbau gewonnen werden.
9. Galizien und Krakau.
Die Eisensteine des Krakauer Gebietes sind ausser einigen in derTatra bei Zokopana gewonnenen Braun-, Roth- und Spatheisensteinentheils Sphärosiderite, welche in der Kreide- und Tertiärformation amBeskidengebirge Vorkommen, Flötze von wenigen Zollen und geringemAushalten bilden und besonders im Wadowicer Kreise gewonnen werden,theils zinkische (galmeihaltige) Brauneisenerze, die nesterweise Vorkommenund vorzüglich bei Byczyna, Dlugossyn, Lussowskiegöry und Jaworzno inabgebauten Galmeifeldern gewonnen werden ')._
10. Bukowina.
Die Bukowina enthält Eisenerze theils in den Karpathenbildungen,wo Thoneisensteine unter gleichen Verhältnissen wie in Galizien auftreten,und besonders bei Stulpikany ausgebeutet werden im. nördlichen Theile,theils in den Glimmerschiefern Braun- und Schwarzeisensteinlager, Eisen-glimmerschiefer und Rotheisensteinlager, und Magneteisensteinlager, welchevorzüglich um Jakobenyi gewonnen werden, im südlichen Theile.
11. Ungarn.
Spath- und Magneteisensteine bilden die Haupterze in Ungarn.
Spatheisensteine treten in den krystallinischen Schiefern in der Ge-gend von Schemnitz, Bries und Rosenberg auf, im Thonschiefer findensich die grossartigen Lagerstätten des Zipser und Gömörer Comitates,wo die bedeutendsten Lagerzüge die von Rosenau, Csetnek und Zelesnikbei Jolsva sind, während stockförmige Einlagerungen sich bei Schmöllnitzin der Nähe von Dobschau an der Grenze von Thonschiefer und Grün-stein bis zu einer Mächtigkeit von 20 Klaftern finden.
Magneteisensteine treten in diesem Gebiete als Stöcke bei Rosenauund Göllnitz, Brauneisensteine als Lager bei Libethen, Pojnik und an-deren in der Nähe von Neusohl gelegenen Orten auf.
Ferner finden sich zwischen den Ausläufern des niederen Tatra-gebirges und dem Matragebirge Brauneisenerzlager in den krystallinischenSchiefern, so besonders bei Diösgyör im Borsoder Comitate.
Reich an Eisensteinen ist die Umgegend von Rezbänya, in dem hier-nach benannten Bergcommissariat. Hauer sagt, dass es kaum eine Ge-
') Vergl. die schlesischen Vorkommnisse unter Preussen.P erc y, Metallurgie. IT.
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