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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Trockene Probe.

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Stück Holzkohle durch Säge und Feile hergestellt werden kann, aber meistgenügt eine Decke von Holzkohlenpulver. Der Deckel muss eine Oeffnungzum Entweichen der Gase haben. Man lässt eine solche wohl an demRande des Deckels frei, besser ist es aber, den Deckel zu durchbohren,was mit einer Rattenschwanzfeile ohne Schwierigkeit geschehen kann, dadie seitliche Oeffnung leicht zuschmilzt.

Ofenklüfte. Die Klüfte (Zangen), welche man beim Eisenerzprobirenbraucht, sind nicht von den überhaupt beim Probiren im Windofen üb-lichen verschieden und wir beziehen uns daher auf die in Band I, S. 239mitgetheilten Zeichnungen und Beschreibungen. Man sieht leicht ein,dass sich ein nach Art der Fig. 8 construirter Windofen hinsichtlich desEin- und Ausbringens der Tiegel weit leichter und bequemer benutzenlässt als ein nach Art der Fig. 7 hergestellter.

Zuschläge.

Während das in den Erzen enthaltene oxydirte Eisen reducirt wird,bedürfen die in demselben enthaltenen Erdarten gewisser Zuschläge zuihrer Verschlackung. Diese sind nach der Art der Gangart des Erzes ent-weder saurer oder basischer Natur.

Kieselsäure. Kieselsäure wird nur bei den daran Mangel haben-den Erzen zugeschlagen, was im Verhältniss selten genug vorkommt.Man wendet Quarz oder Bergkrystall an, den man rothglühend in Wasserwirft und dann pulvert, und zieht ihn seiner Reinheit wegen den folgen-den beiden Materialien vor, aber weisser Sand, wie er zur Glasfabrikationbenutzt wird, oder gemahlene Feuersteine, auch gestossener Sandsteinerfüllen für die meisten Fälle hinlänglich ihren Zweck.

Glas. Spiegel-, Krön- oder Fensterglas, welches rothglühend inWasser geworfen und nachher gepulvert worden ist, wird oft angewendet;es enthält 60 bis 70 Proc. Kieselsäure und bildet vermöge seiner Schmelz-barkeit ein gutes Ersatzmittel für Kieselsäure oder kieselsaure Thonerde.Eine zu London benutzte Spiegelglassorte zeigte einen Gehalt von 60,69Proc. Kieselsäure und ausserdem Kalk, Kali u. s. w. Grünes Flaschen-glas enthält Eisenoxyd, Flintglas, Bleioxyd und aus diesem Grunde sindbeide verwerflich.

Porzellanthon. Derselbe ist ein wasserhaltiges Thonerdesilicat undbildet einen reinen und sehr nützlichen Zuschlag, da er so gut wie freivon Eisenoxyd ist. Ein cornischer zu London gebrauchter Thon enthielt46,23 Proc. Kieselsäure, 41,13 Proc. Thonerde, 12,64 Proc. Wasser. Manwendet ihn zuweilen roh, d. h. mit dem Hydratwasser zum Theil gebranntan. Zum letzteren Zwecke muss man ihn pulvern und dann erst zur Roth-gluth erhitzen, denn sonst erhält man harte Klumpen. 100 Theile des

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